Invasive Ameisenarten stellen eine wachsende Bedrohung für deutsche Städte dar. Bisherige Bekämpfungsmethoden blieben häufig erfolglos. Nun gibt es jedoch erste positive Ansätze aus Baden-Württemberg.
In vielen Regionen Deutschlands breiten sich die invasiven Ameisenarten Tapinoma magnum und Lasius neglectus rasant aus. Diese Arten bilden riesige Superkolonien, die die Infrastruktur der betroffenen Städte erheblich beeinträchtigen können. Experten versuchen, die Schädlinge mit verschiedenen Mitteln zu bekämpfen, jedoch oft ohne Erfolg. Die Superkolonien und die hohe Fortpflanzungsrate der Ameisen machen den Einsatz von Ködern und Giften weitgehend ineffektiv. Ein Hoffnungsschimmer kommt nun aus Karlsruhe.
Karlsruhe setzt auf Heißdampf
Die Stadt Karlsruhe hat die Anwohner aufgefordert, sich aktiv am Kampf gegen die Tapinoma magnum und Lasius neglectus zu beteiligen, indem sie mobile Heißdampfgeräte nutzen.
Die Stadt verwendet spezielle mobile Heißdampfgeräte zur Bekämpfung der invasiven Ameisenarten. Berichten zufolge konnten bereits kleinere Vorkommen erfolgreich beseitigt werden. Allerdings stellen die großen Nester, die bis zu 70 Hektar groß sein können, eine erhebliche Herausforderung dar. Laut dem zuständigen Gartenbauamt ist ein jahrelanger Einsatz dieser Geräte erforderlich. Dies liegt daran, dass die Stadt nur auf öffentlichen Flächen gegen die Ameisen vorgehen darf. Auf Privatgrundstücken sind die Eigentümer selbst für die Bekämpfung verantwortlich, was den Ameisen und ihren Superkolonien zugutekommt.
Das Gartenbauamt berichtet, dass sich bereits einige Hausbesitzer zusammengeschlossen haben, um die erforderlichen Geräte zu erwerben und einzusetzen.
Wichtige Hinweise zur Bekämpfung
Bevor betroffene Anwohner gegen gesichtete Ameisen vorgehen, sollte ein Experte bestätigen, dass es sich um eine invasive Art handelt. Es ist wichtig zu beachten, dass Ameisen auch nützliche Funktionen im Garten erfüllen, beispielsweise durch ihre Tunnel, die zur Auflockerung des Bodens beitragen. Weitere Informationen zu den Gefahren von Wespen und Bienen finden Sie in unserem Artikel über die Gefahren von Wespen und Bienen.
Alternative Methoden in Esslingen
Die Stadt Esslingen verfolgt einen anderen Ansatz zur Bekämpfung der invasiven Ameisen. Hier kommen Gelköder zum Einsatz, die in der Schweiz entwickelt wurden. Diese Methode zeigt vielversprechende Ergebnisse: Die Ameisen tragen das Giftgel selbst in ihre Nester und geben es an die Brut weiter, wodurch die Kolonie von innen heraus bekämpft wird. Berichten zufolge sind bereits ganze Ameisenstraßen verschwunden. Dies ist eine positive Entwicklung, da frühere Methoden wie Insektizide oder kochendes Wasser kaum Wirkung zeigten.
Experten warnen jedoch vor übermäßigem Optimismus. Auch in Esslingen sind die Superkolonien ein großes Problem. Diese bestehen aus zahlreichen Königinnen, und die Ameisen können ihre Nester bei Gefahr schnell verlagern. Eine vollständige Ausrottung der Arten scheint daher unrealistisch. In einem anderen Artikel haben wir die modernen Betrugsmaschen im Internet thematisiert, die ebenfalls eine Herausforderung für Verbraucher darstellen.
Erkennung der invasiven Ameisenart
Die Tapinoma magnum ist oft nur durch ihr massives Auftreten erkennbar. Sie bildet breite, mehrspurige Ameisenstraßen und kleine Aufschüttungen aus Sand oder Erde, die die Eingänge zu den unterirdischen Nestern markieren. Die Arbeiterinnen sind durchgehend schwarz, messen etwa zwei bis vier Millimeter und bewegen sich charakteristischerweise in unterschiedlichen Größen nebeneinander.
Ein eindeutiges Erkennungsmerkmal ist der Geruch: Werden die Tiere gestört oder zerdrückt, sondern sie ein Sekret ab, das intensiv und unangenehm nach ranziger Butter riecht. Für weitere Informationen zu finanziellen Anpassungen, die auch Beamte und Renten betreffen, lesen Sie unseren Artikel über finanzielle Anpassungen im Mai 2026.
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Quellen: t-online
Bildquelle: depositphotos