Die geplante Einführung eines Tankrabatts von 17 Cent brutto pro Liter soll Autofahrern im Mai eine gewisse Entlastung bieten. Kritiker der Maßnahme äußern jedoch Bedenken, dass diese vor allem den wohlhabenden Haushalten zugutekommt, die den Rabatt nicht dringend benötigen. Dies belegen auch aktuelle Auswertungen einer Hochschule.
Eine Simulation der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen zeigt, dass die Senkung der Energiesteuern auf Benzin und Diesel überwiegend einkommensstarken Haushalten zugutekommt. Laut dieser Berechnung sparen die einkommensstärksten zehn Prozent der Haushalte über den Zeitraum von zwei Monaten insgesamt 21,64 Euro, was dreimal so viel ist wie die 6,48 Euro, die die einkommensschwächsten zehn Prozent einsparen. Der Grund für diese Diskrepanz liegt darin, dass mit steigendem Einkommen in der Regel auch der Spritverbrauch zunimmt, wodurch Besserverdiener stärker von der Maßnahme profitieren.
Um die Berechnungen zu erstellen, haben die Forscher Daten aus verschiedenen Quellen herangezogen, darunter die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts sowie das deutsche Mobilitätspanel. Ein Einpersonenhaushalt, der monatlich knapp 4500 Euro netto verdient, zählt zu den einkommensstärksten zehn Prozent, während Haushalte mit weniger als rund 1200 Euro zu den einkommensschwächsten zehn Prozent gehören.
„Es ist keine zielgerichtete Maßnahme“, äußerte sich der RWTH-Ökonom Aaron Praktiknjo. „Auch ich zahle jetzt mehr fürs Tanken, aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich jetzt diesen Tankrabatt nicht dringend nötig.“
Die Kritik an dem Tankrabatt ist nicht neu. Bereits zuvor hatte die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer die Maßnahme als unzureichend bezeichnet. Sie erklärte: „Eine Senkung des Preises für alle durch eine zeitlich befristete Aussetzung der Energiesteuer ist die schlechteste aller bisher diskutierten Optionen.“
„Das ist eine Hilfe mit der Gießkanne, auch für Menschen, die den höheren Preis verkraften können“, fügte Schnitzer hinzu. „Es reduziert den Anreiz, den Spritverbrauch zu senken, und lässt die Menschen im Glauben, der Staat schützt sie vor allen Krisen von außen, auch die Reichen.“
Die Wirtschaftsexpertin betonte, dass eine gezielte Unterstützung der tatsächlich Bedürftigen eine bessere Lösung gewesen wäre. Der geplante Rabatt von 17 Cent brutto pro Liter setzt sich aus 14,04 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer zusammen und soll eine kurzfristige Entlastung für Autofahrer darstellen.
Insgesamt zeigt sich, dass der Tankrabatt vor allem den einkommensstarken Haushalten zugutekommt, während einkommensschwächere Haushalte nur marginal von der Maßnahme profitieren. Dies wirft Fragen zur Effektivität und Gerechtigkeit der politischen Entscheidung auf.
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