Die Spritpreisbremse sollte für Stabilität an den Tankstellen sorgen. Dennoch zeigen aktuelle Daten, dass insbesondere in Süddeutschland zahlreiche Preiserhöhungen nach 12 Uhr verzeichnet werden.
Mit der Einführung der Spritpreisbremse wollte die Bundesregierung mehr Klarheit an den Tankstellen schaffen. Seit dem 1. April dürfen die Preise für Benzin und Diesel nur einmal täglich um 12 Uhr angehoben werden. Nach dieser Zeit sind lediglich Preissenkungen bis zum nächsten Tag erlaubt. Eine neue Analyse der App „mehr-tanken“ hat jedoch zahlreiche Verstöße gegen diese Regelung aufgedeckt, wie „Auto Motor und Sport“ berichtet.
Zwischen dem 29. April und dem 6. Mai wurden bundesweit 2.390 Preiserhöhungen nach 12:30 Uhr registriert. Diese halbe Stunde wurde als Kulanzzeit betrachtet, um technische Ungenauigkeiten auszuschließen. Insgesamt waren 777 Tankstellen betroffen, was 4,6 Prozent der 16.963 erfassten Stationen in Deutschland entspricht. Im Durchschnitt stiegen die Preise um 7,7 Cent pro Liter.
Verstöße besonders häufig in Süddeutschland
Die Auswertung zeigt, dass die Verstöße vor allem in Süddeutschland häufig auftreten. Bayern führt die Liste mit 543 registrierten Fällen an, wobei 186 Tankstellen betroffen waren, was 6,2 Prozent aller erfassten Stationen im Bundesland entspricht. Baden-Württemberg folgt mit 413 Verstößen, während Nordrhein-Westfalen 358 Fälle verzeichnete. In Niedersachsen wurden 342 Verstöße festgestellt.
In Oberbayern lag der Anteil der betroffenen Tankstellen bei 10,7 Prozent, mit insgesamt 301 registrierten Verstößen. Auch in Rheinhessen-Pfalz, der Oberpfalz sowie im Raum Weser-Ems waren die Quoten über dem bundesweiten Durchschnitt.
Regionale Unterschiede in der Verstoßhäufigkeit
Auf Ebene einzelner Städte und Landkreise sticht München und dessen Umland besonders hervor. In der Stadt selbst waren 17 von 135 Tankstellen betroffen. In den angrenzenden Landkreisen wie Fürstenfeldbruck, Traunstein oder Mühldorf am Inn lagen die Zahlen noch höher.
Im Gegensatz dazu wurden in Berlin und Hamburg vergleichsweise wenige Verstöße registriert. In Berlin lag die Quote bei 0,6 Prozent, in Hamburg bei 0,4 Prozent. Allerdings fiel in Berlin die durchschnittliche Höhe der Preisaufschläge mit knapp 19 Cent pro Liter relativ hoch aus.
„Die Spritpreisbremse sollte für mehr Transparenz sorgen, doch die aktuellen Zahlen zeigen, dass viele Tankstellen die Regelungen nicht einhalten“, sagte ein Sprecher der App „mehr-tanken“.
Die Ergebnisse der Analyse werfen Fragen zur Einhaltung der Preisobergrenzen auf und zeigen, dass Verbraucher weiterhin auf hohe Spritpreise stoßen, trotz der gesetzlichen Vorgaben. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Artikel über Tankrabatt und sprunghafte Spritpreise. Zudem ist es interessant zu wissen, warum das Laden von E-Autos günstiger ist und wie sich die Verkehrssicherheit mit dem Blitzermarathon 2026 verbessern lässt.
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Quellen: t-online
Bildquelle: depositphotos