US-Staatsverschuldung übersteigt 40 Billionen Dollar und hat globale Auswirkungen
In diesem Jahr hat die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten die alarmierende Marke von 40 Billionen Dollar (rund 34,87 Billionen Euro) überschritten, was weltweit Besorgnis auslöst. Während die Schuldenkrise Griechenlands als überwunden gilt, steigen die Schuldenuhren in vielen Ländern unaufhörlich weiter. In diesem Kontext erscheint Deutschland relativ stabil, allerdings sind auch hier negative Aspekte zu verzeichnen.
Nach Prognosen der OECD wird die Staatsverschuldung der führenden Industrienationen in diesem Jahr einen Rekordwert erreichen. Besonders auffällig ist der rasante Anstieg der US-Verschuldung, die seit 2007 enorm gewachsen ist. Die USA sind nicht die einzigen, die mit dieser Entwicklung kämpfen, aber sie nehmen eine zentrale Rolle ein.
Von 22,5 Billionen Dollar im Jahr 2007 hat sich die Staatsverschuldung der 38 OECD-Staaten bis 2025 auf geschätzte 61 Billionen Dollar fast verdreifacht. Besonders die USA tragen zu diesem Anstieg bei, deren Verbindlichkeiten in diesem Zeitraum von 9 Billionen auf 40 Billionen Dollar gestiegen sind. Laut Daten des US-Finanzministeriums wächst die Schuldenlast täglich um mehr als sechs Milliarden Dollar.
Besorgniserregende Schuldendynamik in den USA
Björn Griesbach, Leiter der Kapitalmarkt- und makroökonomischen Forschung bei Allianz Investment Management, bezeichnet die aktuelle Schuldendynamik in den USA als alarmierend. Die Allianz verwaltet über zwei Billionen Euro und gehört zu den größten Kapitalanlegern weltweit.
Das US-Haushaltsdefizit wird für dieses Jahr auf etwa 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geschätzt, was nahe an historischen Höchstständen außerhalb von Rezessionen liegt. Griesbach warnt davor, dass ein wirtschaftlicher Rückgang das Defizit stark anheben könnte, ein Risiko, das auch Länder wie Frankreich, Italien, Deutschland und Japan betrifft.
Schuldenquote der USA erreicht 124 Prozent
Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrachtet, wirkt der Anstieg der US-Verschuldung zunächst weniger besorgniserregend. Seit 2016 ist das BIP der USA von 19 auf 32 Billionen Dollar gewachsen, wodurch die Verschuldungsquote von 107 auf 124 Prozent gestiegen ist.
Japan führt global mit einer Schuldenquote von über 200 Prozent, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) dokumentiert. Katharina Utermöhl, Ökonomin bei Allianz, betont, dass diese Entwicklung nicht nur die USA betrifft, sondern auch Japan, Frankreich und Deutschland. Deutschland hat mit knapp 65 Prozent eine vergleichsweise niedrige Verschuldungsquote, auch wenn die Neuverschuldung hoch bleibt.
Rasant steigende Verschuldung in China
In China hat sich die Staatsverschuldung in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt und wird voraussichtlich Ende dieses Jahres etwa 107 Prozent des BIP erreichen. Zudem wird erwartet, dass die Verschuldung des Privatsektors bis 2025 auf 313 Prozent ansteigt. Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit Chinas Exportstrategie, die stark auf Kreditfinanzierung basiert.
Fehlende Richtwerte für problematische Verschuldung
Die Gefahren dieser Entwicklungen sind schwer abzuschätzen. Peter Bofinger, Ökonom aus Würzburg, erklärt, dass es keine festen Grenzen gibt, ab wann eine hohe Verschuldung problematisch wird. Japan ist ein Beispiel dafür, dass ein Land auch mit einer Schuldenquote von über 200 Prozent über Jahre hinweg bestehen kann, da der Großteil der Schulden im Inland gehalten wird.
Ein Risiko zeigt sich, wenn ein Land in einer Fremdwährung verschuldet ist oder Kapital abfließt, was zu einer Abwertung der Währung und Inflation führen kann. Für die USA wäre es kritisch, wenn das Vertrauen der globalen Investoren in den Dollar, der als sichere Anlage gilt, schwindet.
Steigende Zinsen als Warnsignal
Ein Indikator für das nachlassende Vertrauen in die USA ist der Anstieg der Renditen zehnjähriger US-Anleihen auf fünf Prozent, dem höchsten Stand seit 2007. Bofinger bemerkt, dass diese hohen Zinsen für US-Staatsanleihen darauf hindeuten, dass auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der USA nicht unbegrenzt positiv bleiben können.
Fiskalische Dynamik in anderen Ländern
Henning Potstada, Mitglied der Geschäftsführung bei DWS, äußert Bedenken über die fiskalische Dynamik in einigen Ländern. Gleichzeitig hebt er die strukturellen Vorteile der USA hervor, wie die Funktion des Dollars als weltweite Leitwährung und das hohe Wachstumspotenzial der US-Wirtschaft.
Im Gegensatz dazu haben frühere Krisenländer wie Italien, Spanien und Griechenland ihre Schuldenstände reduziert. Potstada stellt fest, dass die fiskalische Lage in den USA zwar besorgniserregend ist, eine weltweite Schuldenkrise jedoch nicht unmittelbar bevorsteht.
Folgen für die Bevölkerung
Für viele Bürger wirkt der Schuldenstand der Regierung oft abstrakt, die Auswirkungen sind jedoch spürbar. Wachsende Schulden führen zu höheren Zinszahlungen, was bedeutet, dass Regierungen weniger Spielraum für Investitionen, Wohnungsbau oder Sozialprogramme haben. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts könnten die jährlichen Zinszahlungen der Bundesregierung bis 2030 von 50 Milliarden auf 100 Milliarden Euro ansteigen.
Regierungen könnten versuchen, Ausgaben zu reduzieren oder Steuern zu erhöhen, was jedoch unpopulär wäre. Eine weitere Möglichkeit, die direkt zu Lasten der Bürger geht, wäre die Anhebung der Inflationsraten, die den Wert des Geldes und der Schulden verringert. Utermöhl von der Allianz merkt an, dass signifikante fiskalische Einsparungen oder Steuererhöhungen angesichts bevorstehender Wahlen und wachsendem Populismus kaum zu erwarten sind. Langfristig könnte das „Weginflationieren“ der Schulden die einzige Lösung sein.
Quellen: n-tv, Die Zeit
Bildquelle: Berlinwriter via Wikimedia Commons (CC0)
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.