Nachrichten für Osnabrück und die Region

Aktuelles Echo
Star der Science-Fiction nimmt Discounter in Großbritannien ins Visier Star der Science-Fiction nimmt Discounter in Großbritannien ins Visier Vor 39 Minuten Wiesn-Abend für Frédéric Prinz von Anhalt: 38.000 Euro Rechnung nach der Nacht Wiesn-Abend für Frédéric Prinz von Anhalt: 38.000 Euro Rechnung nach der Nacht Vor 53 Minuten Unangenehmer Vorfall: Vanessa Mai wird während ihrer Tour in Berlin ausgeraubt Unangenehmer Vorfall: Vanessa Mai wird während ihrer Tour in Berlin ausgeraubt Vor 1 Stunde Der perfekte Urlaub 2027: Brückentage clever einplanen Der perfekte Urlaub 2027: Brückentage clever einplanen Vor 1 Stunde Spionageverdacht gegen ehemaligen BND-Präsidenten: Folgen für die nationale Sicherheit Spionageverdacht gegen ehemaligen BND-Präsidenten: Folgen für die nationale Sicherheit Vor 1 Stunde Ärztliche Verurteilung nach schwerem Geburtsschaden in Tschechien Ärztliche Verurteilung nach schwerem Geburtsschaden in Tschechien Vor 1 Stunde Bundesregierung verhindert Verkauf von Logistikfirma an chinesischen Investor Bundesregierung verhindert Verkauf von Logistikfirma an chinesischen Investor Vor 1 Stunde Sichtung einer Raubkatze in der Nähe des Münchner Flughafens: Bevölkerung aufgerufen zur Vorsicht Sichtung einer Raubkatze in der Nähe des Münchner Flughafens: Bevölkerung aufgerufen zur Vorsicht Vor 2 Stunden Aufregung im Nationalpark Majella: Touristen verstoßen gegen Regeln Aufregung im Nationalpark Majella: Touristen verstoßen gegen Regeln Vor 3 Stunden SpaceX plant umfassende Investition in KI-Chips von Nvidia über 40 Milliarden Dollar SpaceX plant umfassende Investition in KI-Chips von Nvidia über 40 Milliarden Dollar Vor 4 Stunden

Mit 43-Millionen-Tonnen-Lithium-Schatz könnte Deutschland sich unabhängig machen

In Sachsen-Anhalt könnte ein bedeutendes Lithiumvorkommen entdeckt worden sein. Mit 43 Millionen Tonnen Lithiumkarbonat-Äquivalent könnte Deutschland seine Abhängigkeit von Importen verringern und einen wichtigen Schritt in der Batterieproduktion für Elektroautos machen.

Mit 43-Millionen-Tonnen-Lithium-Schatz könnte Deutschland sich unabhängig machen
Bildquelle: Albert Hyseni auf Unsplash

In Deutschland wurden 43 Millionen Tonnen Lithium entdeckt, die in Sachsen-Anhalt aus einem ehemaligen Gasfeld gewonnen werden könnten. Diese Entdeckung könnte einen bedeutenden Schritt in Richtung Rohstoffunabhängigkeit für das Land darstellen.

🎁 Gewinnspiel

Jetzt Newsletter abonnieren und gewinnen!

Melde dich zum kostenlosen Newsletter an und nimm automatisch an unserem Gewinnspiel teil. Wir verlosen 500 × 100 € Wunschgutscheine unter allen Abonnenten.

Deutschland ist seit Jahren auf der Suche nach Möglichkeiten, um bei wichtigen Rohstoffen weniger abhängig zu werden. Besonders im Bereich der Batterien spielt Lithium eine entscheidende Rolle. Ohne diesen Rohstoff sind Elektroautos, große Stromspeicher und viele Smartphones nicht realisierbar. Der Großteil des Lithiums wird derzeit aus Ländern wie Chile, Australien und China importiert. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf Sachsen-Anhalt.

Unter der Altmark, einer Region, die seit Jahrzehnten für ihre Erdgasvorkommen bekannt ist, liegen laut Angaben von Neptune Energy etwa 43 Millionen Tonnen Lithiumkarbonat-Äquivalent. Das Unternehmen beruft sich auf eine unabhängige Bewertung nach dem Standard CIM / NI 43-101.

Potenzial für eines der größten Lithiumprojekte in Europa

Falls sich dieses Potenzial wirtschaftlich ausschöpfen lässt, könnte in der Altmark eines der größten Lithiumprojekte Europas entstehen. Ein ehemaliger Gasstandort könnte sich in einen wichtigen Standort für die Batterieproduktion verwandeln.

Obwohl die Zahl beeindruckend ist, bedeutet sie nicht, dass das Lithium sofort abgebaut werden kann. Es handelt sich um eine Ressourcenschätzung, die angibt, wie viel Rohstoff im Untergrund vermutet wird. Die tatsächliche Förderung hängt von verschiedenen Faktoren wie Technik, Genehmigungen und Kosten ab.

Beitrag zur Verringerung der Abhängigkeit von Lithium

„Diese neue Bewertung zeigt das große Potenzial unserer Lizenzgebiete in Sachsen-Anhalt. Damit können wir einen wichtigen Beitrag zur deutschen und europäischen Versorgung mit dem kritischen Rohstoff Lithium leisten“, sagte Andreas Scheck, CEO von Neptune Energy.

Die unabhängige Prüfgesellschaft Sproule ERCE hat die 43 Millionen Tonnen Lithiumkarbonat-Äquivalent ermittelt. Das Unternehmen bezeichnet das Vorkommen als eines der größten bekannten Lithiumvorkommen aus Thermalwasser weltweit. Laut Neptune Energy bleibt diese Ressourcenbasis weiterhin gültig.

Innovative Gewinnungsmethoden ohne großen Flächenverbrauch

Die Altmark ist kein neuer Standort für die Industrie. Seit 1969 wird dort Erdgas gefördert, und die Region verfügt über mehr als 55 Jahre Erfahrung mit Bohrungen, Leitungen und unterirdischen Lagerstätten. Die vorhandene Infrastruktur macht das Projekt besonders attraktiv.

Das Lithium soll nicht wie in traditionellen Bergbaugebieten im Tagebau gewonnen werden, wodurch keine großen offenen Gruben entstehen. Stattdessen nutzt Neptune heißes, salzhaltiges Tiefenwasser, auch Sole genannt, in dem Lithium gelöst ist.

Das Verfahren, das als Direct Lithium Extraction (DLE) bekannt ist, unterscheidet sich erheblich von vielen bekannten Lithiumprojekten in Südamerika. Neptune hebt mehrere Vorteile hervor:

  • kein offener Tagebau
  • keine großen Verdunstungsbecken
  • deutlich geringerer Flächenverbrauch

In Deutschland ist dies von großer Bedeutung, da neue Rohstoffprojekte oft auf Widerstand stoßen, wenn sie das Landschaftsbild verändern.

Lithium aus Thermalwasser statt aus Gestein

Lithium wird häufig mit Minen und staubigen Abbaugebieten assoziiert. In der Altmark ist die Situation jedoch anders. Das Metall liegt nicht als sichtbares Erz im Boden, sondern ist im Thermalwasser mehrere tausend Meter unter der Erde gelöst.

Dieses Wasser wird an die Oberfläche gepumpt, wo spezielle Anlagen das Lithium herausfiltern. Das restliche Wasser wird anschließend weiterbehandelt. Das Projekt ähnelt daher eher einem Energievorhaben als traditionellem Bergbau.

Frühere Untersuchungen haben in diesem Gebiet stark mineralisierte Sole mit erhöhtem Lithiumgehalt beschrieben. Die geologischen Bedingungen gelten als günstig, da das heiße Wasser über lange Zeit mit bestimmten Gesteinen reagiert und Lithium im Untergrund anreichert.

Pilotprojekte zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit

Ob ein großes Vorkommen wirtschaftlich nutzbar ist, zeigt sich erst im praktischen Betrieb. Daher laufen in der Altmark seit mehreren Monaten verschiedene Pilotprojekte.

Ein zweiter Test mit dem Technologiepartner Lilac wurde im August 2025 abgeschlossen. Dabei wurde Lithiumkarbonat in Batteriequalität erzeugt, wobei ein Ionenaustauschverfahren verwendet wurde.

Seit Mitte September läuft ein dritter Pilotversuch, bei dem ein Adsorptionsverfahren getestet wird. Laut Neptune Energy wird ab Juni erneut eine temporäre Pilotanlage in Sachsen-Anhalt eingesetzt, um verschiedene Technologien zu prüfen und die am besten geeignete Lösung für die Altmark auszuwählen.

Langfristige Pläne für die Lithiumproduktion

Nach der Pilotphase plant das Unternehmen die Errichtung einer Demonstrationsanlage, um unter realen Bedingungen zu testen, ob sich die Förderung auch im industriellen Maßstab lohnt.

„Ab 2030 ist geplant, die kommerzielle Lithiumproduktion schrittweise auf bis zu 25.000 Tonnen LCE pro Jahr hochzufahren“, teilte Neptune Energy mit.

Diese Menge könnte erhebliche Auswirkungen auf die Industrie haben, da sie Material für rund 500.000 Elektroautos pro Jahr liefern könnte. Für Deutschland wäre dies ein wichtiger Schritt, da Batterie-Rohstoffe bislang fast vollständig importiert werden. Das Laden von E-Autos könnte sich als kostengünstiger erweisen.

Herausforderungen und Perspektiven für die Altmark

Bis dahin bleiben jedoch viele Fragen offen:

  • Wie hoch sind die tatsächlichen Produktionskosten?
  • Wie schnell können Genehmigungen erteilt werden?
  • Lässt sich das Verfahren dauerhaft wirtschaftlich betreiben?

Erst wenn diese Punkte geklärt sind, wird aus dem Projekt ein echter Industriestandort.

Für die Altmark geht es um weit mehr als nur Lithium. Viele frühere Energiegebiete suchen nach neuen Perspektiven. Die Altmark könnte ein Beispiel dafür werden, wie ein alter Gasstandort eine zweite industrielle Zukunft erhält. Die Frage, ob der genehmigte Industriestrompreis Deutschlands Industrie vor Abwanderung schützen kann, bleibt relevant.

„Die Altmark verbindet geologisches Potenzial, bestehende Infrastruktur und technisches Know-how – perfekte Voraussetzungen, um den Wandel von der Erdgasförderung hin zu einer umweltfreundlichen Lithiumgewinnung erfolgreich umzusetzen“, sagte Axel Wenke, Director of New Energy bei Neptune Energy.

Wo früher vor allem Erdgas gefördert wurde, könnte künftig ein Rohstoff gewonnen werden, der für die Batterieindustrie in Europa zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dies könnte nicht nur den Standort in Sachsen-Anhalt verändern, sondern auch einen Teil der deutschen Rohstoffpolitik beeinflussen. Die Reaktionen der EU auf die drohende Energiekrise sind ebenfalls von Interesse.

„`


Quellen: Focus

Bildquelle: Bildquelle: Albert Hyseni auf Unsplash

Artikel teilen:

Empfehlungen für dich.