Die Gaspreise, die zuletzt einen Rückgang verzeichneten, stehen nun vor einem neuen Anstieg. Trotz einer bestehenden Waffenruhe im Iran-Konflikt bleibt die Energiekrise eine potenzielle Bedrohung für die Gasversorgung.
Daniel Puschmann, Geschäftsführer des Energie-Vergleichsportals Verivox, prognostiziert, dass die deutschen Haushalte mit weiterhin hohen Heiz- und Stromkosten rechnen müssen. „Wir stehen eher am Anfang höherer Preise bei Gas als am Ende der Entwicklung“, äußerte Puschmann in einem Interview. Er fügte hinzu: „Je länger der Konflikt andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich die höheren Beschaffungspreise für Erdgas auch in höheren Endkundenpreisen niederschlagen.“
Aktuell ist Gas so teuer wie seit März 2023 nicht mehr. Neukunden müssen im Durchschnitt 11 Cent pro Kilowattstunde zahlen, was nahezu dem Preis von 12 Cent der Gaspreisbremse entspricht, die von der Ampel-Regierung nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs eingeführt wurde. Diese hohen Gaspreise haben auch zeitversetzte Auswirkungen auf die Strompreise. Puschmann warnt: „Kostensteigerungen von zehn Prozent pro Haushalt sind möglich.“ Die Entwicklungen auf dem Energiemarkt sind weiterhin angespannt, und die Verbraucher müssen sich auf mögliche Preiserhöhungen einstellen, die durch den anhaltenden Konflikt im Iran und die damit verbundenen wirtschaftlichen Faktoren bedingt sind.
Strompreise unter Druck
Der Anstieg der Strompreise ist auf das Merit-Order-Prinzip an der Europäischen Strombörse zurückzuführen, bei dem sich die Preise nach den teuersten Energiequellen richten, häufig aus Gaskraftwerken. Puschmann erklärte: „Wir sehen, dass die Börsenstrompreise jetzt schon auf die Gaskrise reagieren.“ Der Preis für Neukunden liegt bereits bei 28 Cent pro Kilowattstunde, was einen Anstieg von zweieinhalb Cent im Vergleich zu den Preisen vor Kriegsbeginn darstellt. „Je länger diese Krise dauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich die Gaspreise in höheren Strompreisen für die Haushalte niederschlagen“, warnte er weiter.
Forderung nach Senkung der Stromsteuer
Um die Verbraucher zu entlasten, könnte eine Senkung der Stromsteuer auf das europäisch vereinbarte Minimum eine wirksame Maßnahme darstellen. Puschmann betonte: „Die Stromsteuersenkung wäre wirksamer als die 17 Cent Entlastung pro Liter an der Tankstelle.“ Er erläuterte weiter, dass eine Familie, die täglich 40 Kilometer fährt, durch den Tankrabatt in zwei Monaten etwa 20 bis 25 Euro sparen könnte. Im Gegensatz dazu würde eine Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau pro Haushalt eine Entlastung von 90 Euro ermöglichen, basierend auf einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden.
Die Entwicklungen auf dem Energiemarkt sind weiterhin angespannt, und die Verbraucher müssen sich auf mögliche Preiserhöhungen einstellen, die durch den anhaltenden Konflikt im Iran und die damit verbundenen wirtschaftlichen Faktoren bedingt sind. Die steigenden Ölpreise könnten ebenfalls eine Rolle spielen.
- USA erlauben vorübergehend Kauf von russischem Öl – Ausnahme wegen Energiekrise
- Bringt Indien-Deal die Wende?: EU unter Druck: So will man USA und China die Stirn bieten
„`
Bildquelle: depositphotos