Buxtehude (Niedersachsen) – Die deutsche Landwirtschaft sieht sich gegenwärtig mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert: Hohe Produktionskosten, strenge Vorschriften und fallende Erzeugerpreise setzen vielen Betrieben zu. Dies hat zur Folge, dass die Investitionsbereitschaft in neue Maschinen stark zurückgeht. Ein prominentes Unternehmen hat nun Insolvenz angemeldet.
Betroffen ist die Herbert Dammann GmbH mit Sitz in Buxtehude, Niedersachsen. Der Familienbetrieb ist auf die Herstellung von Fahrzeugen und Geräten für die Bereiche Pflanzenschutz, Flughafen- und Kommunaltechnik spezialisiert. Das Unternehmen, das 1979 gegründet wurde, hat sich auf die präzise Verteilung von Flüssigkeiten fokussiert und zählt zu den führenden Anbietern in diesem Sektor. Dennoch sieht sich der Pionier nun mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert.
Ursachen der Insolvenz
Der Umsatz des Unternehmens belief sich zuletzt auf etwa 35 Millionen Euro. Laut Unternehmensangaben hat eine anhaltende Marktschwäche in der Landwirtschaft und der Landmaschinentechnik zu einem signifikanten Rückgang der Auftragseingänge und einer geringeren Auslastung geführt. Diese Problematik betrifft derzeit viele Unternehmen in der deutschen Wirtschaft, wie auch Deutschlands Automobilindustrie.
Stellungnahme der Geschäftsführung
Die Leitung des Unternehmens, unter der Führung von Nadine Dammann in zweiter Generation, strebt an, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten eigenständig zu bewältigen. Sie äußerte sich optimistisch:
„Wir werden wie gewohnt weitermachen und gestärkt aus dieser Situation hervorgehen.“
Die Insolvenz wurde in Eigenverwaltung angemeldet, was bedeutet, dass die Geschäftsführung weiterhin im Amt bleibt und die Sanierung selbst steuert, jedoch unter der Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters.
Ausblick und Unterstützung
Auf Anfrage erklärte der beauftragte Rechtsanwalt Prof. Dr. Per Hendrik Heerma:
„Dammann verfügt nach meinem ersten Eindruck über hoch qualifizierte Mitarbeiter sowie eine in der Branche anerkannte Produktqualität.“
Neben geplanten Restrukturierungsmaßnahmen wird in den kommenden Tagen nach Investoren gesucht. Zur Unterstützung der Geschäftsführung wurde zudem der Sanierungsexperte Dr. Jörg Grau als Generalbevollmächtigter eingesetzt.
Fortführung des Geschäftsbetriebs
Nach Angaben des Unternehmens wird der Geschäftsbetrieb, einschließlich Produktion, Ersatzteilservice und Kundendienst, trotz der Insolvenz vorerst planmäßig fortgeführt. Die Mitarbeiter wurden bereits über die nächsten Schritte informiert. Sachwalter Heerma betonte:
„Das Ziel ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige Perspektiven zu entwickeln.“
Die Löhne und Gehälter der rund 140 Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld bis einschließlich Juli 2026 abgesichert.
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Quellen: Bild