Überragende Leistung beim London-Marathon: Erstmals in der Geschichte hat ein Marathonläufer die 42,195 Kilometer in weniger als zwei Stunden absolviert. Der Kenianer Sabastian Sawe benötigte dafür 1:59:30 Stunden. Auch der Zweitplatzierte, Yomif Kejelcha aus Äthiopien, blieb mit einer Zeit von 1:59:41 Stunden unter der magischen Grenze.
Der 29-jährige Sawe stellte mit seinem Sieg in London einen neuen Marathon-Weltrekord auf. Er übertraf damit die bisherige Bestmarke von Kelvin Kiptum, der 2023 in Chicago mit 2:00:35 Stunden ins Ziel kam. Kiptum verstarb tragischerweise nur wenige Monate später im Februar 2024 bei einem Verkehrsunfall in seiner Heimat.
Sawe hat mit seiner außergewöhnlichen Zeit nicht nur einen neuen Rekord aufgestellt, sondern auch die Geschichte des Sports neu geschrieben. Zuvor hatte Eliud Kipchoge, der zweifache Olympiasieger und ehemalige Weltrekordler, am 12. Oktober 2019 in Wien die Distanz unter zwei Stunden bewältigt, jedoch unter speziellen Bedingungen, die nicht für offizielle Rekorde anerkannt werden. Kipchoge lief damals 1:59:40 Stunden, allerdings unter Laborbedingungen mit wechselnden Tempomachern.
„Ich bin überglücklich, dass ich diese Grenze überschreiten konnte. Es war ein Traum, der wahr wurde“, sagte Sawe nach seinem historischen Lauf.
Die Bedingungen beim London-Marathon waren optimal, was auch das hohe Tempo von Beginn an begünstigte. Eine große Spitzengruppe hielt sich lange zusammen, bis sich Sawe und Kejelcha nach etwa 30 Kilometern absetzten. Kejelcha feierte mit seiner Zeit ebenfalls ein beeindruckendes Marathon-Debüt.
- Sabastian Sawe: 1:59:30 Stunden
- Yomif Kejelcha: 1:59:41 Stunden
- Jacob Kiplimo (Uganda): 2:00:28 Stunden
Der deutsche Rekordhalter Amanal Petros konnte in diesem Rennen nicht an seine gewohnten Leistungen anknüpfen. Er lief ein defensives Rennen und hielt sich lange in der Verfolgergruppe auf. Nach 25 Kilometern musste er jedoch abreißen lassen und beendete das Rennen mit einer Zeit von 2:08:31 Stunden auf dem 15. Platz, was mehr als vier Minuten über seinem deutschen Rekord von 2:04:03 Stunden lag.
Bei den Frauen sicherte sich Tigst Assefa aus Äthiopien den Sieg in 2:15:41 Stunden. Damit blieb sie nur 16 Sekunden über dem 23 Jahre alten Streckenrekord der britischen Lauflegende Paula Radcliffe.