Berlin – Ein weiterer bedeutender Deal aus der deutschen Start-up-Landschaft: Die Berliner Unternehmer Christoph Gerber und Sebastian Haas haben ihr Unternehmen Talon.One verkauft. Käufer ist der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen, der für die Übernahme 750 Millionen Euro auf den Tisch legt.
Für Gerber stellt dies bereits den zweiten großen Erfolg seiner Karriere dar. Im Jahr 2014 verkaufte er zusammen mit seinen Mitgründern Jörg Gerbig und Kai Hansen den Essenslieferdienst Lieferando. Branchenberichten zufolge betrug der Verkaufspreis damals etwa 63 Millionen Euro an den niederländischen Wettbewerber Takeaway. Diesmal handelt es sich um eine deutlich höhere Summe.
Details zum Deal
Adyen zählt zu den führenden Zahlungsanbietern weltweit und kooperiert mit großen Unternehmen wie Meta, Uber, H&M und Microsoft. Mit der Akquisition von Talon.One beabsichtigt Adyen, sein Geschäft im Bereich Kundendaten und personalisierte Angebote auszubauen.
„Mit Talon.One kann ein Händler einen Kunden erkennen und sofort ein passendes Angebot machen – noch bevor die Zahlung abgeschlossen ist“,
erklärte Ingo Uytdehaage, Co-CEO von Adyen. Auch die Gründer sehen in der Fusion erhebliche Potenziale.
„Gemeinsam können wir Kundenverhalten in Echtzeit mit Preisen und Angeboten verknüpfen – sowohl online als auch im stationären Handel“,
fügten Gerber und Haas hinzu. Für die beiden Berliner Unternehmer ist dies nicht nur ein Millionen-Deal, sondern auch ein weiteres Indiz dafür, dass deutsche Start-ups international wettbewerbsfähig sind.
Das Geschäftsmodell von Talon.One
Talon.One bietet Softwarelösungen für Rabattaktionen, Gutscheine und Treueprogramme an. Unternehmen können damit ihre Marketingkampagnen zentral steuern und personalisieren. Händler haben die Möglichkeit, festzulegen, welcher Kunde wann welchen Rabatt erhält, beispielsweise einen 10-Euro-Gutschein für Neukunden oder spezielle Angebote für treue Käufer.
Das Unternehmen hat mittlerweile eine internationale Reichweite: Über 300 Firmen weltweit nutzen die Plattform. Talon.One verzeichnet seit Jahren ein starkes Wachstum und wird für das Jahr 2026 einen Jahresumsatz von etwa 60 Millionen Euro anstreben.
Ursprung der Geschäftsidee
Die Idee für Talon.One entstand während Gerbers Zeit bei Lieferando. Damals hatte sein Team Schwierigkeiten mit der Organisation von Rabattaktionen, was zur Entwicklung eines eigenen Geschäftsmodells führte. Heute konkurriert Talon.One sogar mit Technologiegiganten wie Salesforce, dessen Marktwert an der Börse rund 141 Milliarden Dollar beträgt und der zu den größten Softwareanbietern weltweit zählt.
Bildquelle: Talon.one