Der FC Bayern München befindet sich in einer angespannten Situation: Nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid ist die Stimmung euphorisch. Dennoch bemühen sich die Verantwortlichen, diese Begeisterung in Grenzen zu halten, obwohl die Statistiken für die Münchner sprechen. FC Bayern erreicht bemerkenswerte 100 Tore nach 29 Spielen in der Bundesliga
Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen bezeichnete die Ausgangslage als „fantastisch“. Dennoch gibt es vor dem entscheidenden Duell gegen die Königlichen zahlreiche Warnsignale. Der deutsche Rekordmeister zeigte im Viertelfinal-Hinspiel „Fußball vom Feinsten“, doch Karl-Heinz Rummenigge, ehemaliger Vorstandsvorsitzender, mahnte zur Vorsicht: „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, zu viel Euphorie aufkommen zu lassen.“
Rummenigge äußerte: „Ich nehme im Moment einen kleinen Hype wahr, und der gefällt mir ehrlich gesagt nicht.“
Diese Botschaft scheint bei den Spielern angekommen zu sein. Leon Goretzka betonte: „Wir wissen schon ganz genau, gegen wen wir da spielen und was das für ein Spiel ist – eine brutal schwierige Aufgabe.“ Er erinnerte daran, dass Real Madrid im Hinspiel schnell zu Torchancen kam.
Statistische Vorteile für Bayern
Real Madrid, mit 15 Titeln der unangefochtene Rekordgewinner der Champions League, bleibt ein Mythos im Weltfußball. Joshua Kimmich, Vizekapitän des FC Bayern, stellte fest: „Es ist völlig egal, wie sie in Form sind. Wenn Champions League ist, dann performen sie.“ Dennoch spricht die Statistik klar für die Münchner: In 30 K.-o.-Duellen nach einem Auswärtssieg schieden sie nur einmal aus, und zwar 2011 gegen Inter Mailand. Zudem hat Real Madrid nach einer Heimpleite noch nie in der Champions League weitergekommen.
Kontrollierte Euphorie gefordert
Doch die Situation ist nicht so eindeutig, wie sie scheint. Sportvorstand Max Eberl sprach von einer „kontrollierten Euphorie“. Er betonte, dass man sich der Stärke des Gegners bewusst sei: „Wir haben eine gute Ausgangslage, wissen aber auch, dass wir noch nicht durch sind.“ Im Hinspiel war es vor allem Manuel Neuer, der mit seinen Paraden entscheidend zum Sieg beitrug. Goretzka hofft, dass die Mannschaft die richtigen Lehren aus dem Hinspiel zieht und das Rückspiel erfolgreich gestaltet.
Fokus auf das Rückspiel
Ein mögliches Halbfinale ist für den FC Bayern derzeit kein Thema. Der Fokus liegt klar auf dem Rückspiel gegen Real Madrid, die in der Vergangenheit bereits oft für unangenehme Überraschungen in München sorgten. Rummenigge erinnerte an das Halbfinale 2014, als Bayern nach einem knappen 0:1 in Madrid zu Hause mit 0:4 verlor. Der letzte Sieg gegen Real in München datiert aus dem Jahr 2012, seither gab es drei Niederlagen und ein Unentschieden.
Rummenigge sagte: „Die Königlichen haben uns auch hier in München schon oft genug geärgert.“
Das Wort „Remontada“, was so viel wie Aufholjagd bedeutet, ist bei den Madrilenen in aller Munde. Nationalspieler Antonio Rüdiger äußerte: „Wir haben immer Vertrauen. Wir leben noch.“ Trainer Álvaro Arbeloa ist überzeugt, dass Real Madrid in München gewinnen kann: „Wenn eine Mannschaft in München gewinnen kann, dann ist es Real Madrid.“ Er fügte hinzu, dass jeder, der nicht daran glaube, „in Madrid bleiben“ solle.
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