Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich erfolgreich auf die bevorstehende WM vorbereitet. Im vorletzten Testspiel vor dem Turnier setzte sich die DFB-Auswahl mit 4:0 gegen Finnland durch, nachdem die erste Halbzeit noch zäh verlief. Stürmer Deniz Undav war der herausragende Spieler des Abends.
In einem grünen Trainingsanzug und Sportschuhen absolvierte Matchwinner Deniz Undav nach dem Spiel eine Ehrenrunde über den Rasen, während die begeisterten deutschen Fans ihre Hoffnungsträger feierten. Der Doppel-Torschütze wurde beim 4:0 (1:0) gegen die zweitklassigen Finnen, nur zwei Wochen vor dem Start der Mission „fünfter Stern“, verletzt ausgewechselt, gab jedoch schnell Entwarnung.
„Ich habe ein bisschen Schmerzen, aber nichts Wildes“, sagte Undav im ZDF. „Ein paar Tage Behandlung, dann ist es wieder gut.“ Der Abend habe die Note „zehn von zehn“ verdient: „Wir haben das Spiel gewonnen, ich habe drei Scorer gemacht. Besser hätte es nicht laufen können.“
Die Tore erzielten: 1:0 Undav (34.), 2:0 Wirtz (48.), 3:0 Undav (57.) und 4:0 Musiala (63.).
Spielverlauf und Teamaufstellung
Die DFB-Elf trat mit folgender Aufstellung an: Baumann im Tor (TSG Hoffenheim, 35 Jahre, 12 Länderspiele), Kimmich (Bayern München, 31 Jahre, 109 Länderspiele), Tah (Bayern München, 30 Jahre, 46 Länderspiele), Schlotterbeck (Borussia Dortmund, 26 Jahre, 26 Länderspiele), Brown (Eintracht Frankfurt, 22 Jahre, 4 Länderspiele), Pavlovic (Bayern München, 22 Jahre, 10 Länderspiele), Nmecha (Borussia Dortmund, 25 Jahre, 7 Länderspiele, ab 83. Amiri, FSV Mainz 05, 29 Jahre, 10 Länderspiele), Karl (Bayern München, 18 Jahre, 3 Länderspiele, ab 73. Sané, Galatasaray Istanbul, 30 Jahre, 75 Länderspiele), Musiala (Bayern München, 23 Jahre, 41 Länderspiele), Wirtz (FC Liverpool, 23 Jahre, 40 Länderspiele, ab 73. Woltemade, Newcastle United, 24 Jahre, 11 Länderspiele) und Undav (VfB Stuttgart, 29 Jahre, 8 Länderspiele, ab 61. Beier, Borussia Dortmund, 23 Jahre, 8 Länderspiele).
Die finnische Mannschaft bestand aus Hradecky (AS Monaco, 36 Jahre, 104 Länderspiele), Alho (Asteras Tripolis, 33 Jahre, 50 Länderspiele, ab 72. Samuli Miettinen, NK Istra 1961, 21 Jahre, 2 Länderspiele), Koski (Deportivo Alavés, 24 Jahre, 10 Länderspiele), Tony Miettinen (Mjällby AIF, 23 Jahre, 3 Länderspiele), Mahuta (FK Pardubice, 23 Jahre, 5 Länderspiele, ab 79. Skyttä, 1. FC Kaiserslautern, 24 Jahre, 5 Länderspiele), Suhonen (Odense BK, 25 Jahre, 15 Länderspiele), Markhiev (1. FC Nürnberg, 24 Jahre, 8 Länderspiele), Walta (Swansea City, 22 Jahre, 13 Länderspiele, ab 72. Tenho, Djurgardens IF, 31 Jahre, 14 Länderspiele), Lod (Chicago Fire, 33 Jahre, 83 Länderspiele, ab 58. Antman, Glasgow Rangers, 24 Jahre, 20 Länderspiele), Keskinen (FC Aberdeen, 23 Jahre, 12 Länderspiele, ab 58. Hakans, Lech Posen, 25 Jahre, 13 Länderspiele) und Källman (Hannover 96, 27 Jahre, 38 Länderspiele, ab 58. Pohjanpalo, FC Palermo, 31 Jahre, 88 Länderspiele).
Der Schiedsrichter der Partie war Matheus Delgado Candançan aus Brasilien. Es gab keine gelben Karten, und das Spiel fand vor 25.122 Zuschauern in Mainz statt.
Erste Halbzeit und taktische Anpassungen
Obwohl die DFB-Elf vor dem WM-Start in Houston gegen Curacao am 14. Juni antrat, war die erste Halbzeit nicht optimal. Die deutliche Leistungssteigerung im zweiten Durchgang sorgte jedoch für positive Stimmung, insbesondere Jungstar Lennart Karl, der seine Chance nutzte.
Bereits vor dem Anpfiff wurden die Zuschauer mit WM-Hits vergangener Jahre in Stimmung gebracht. Als die DFB-Auswahl um 20:11 Uhr zum Warmmachen in die Arena einlief, wurde sie mit Jubel empfangen. Die Zuschauer präsentierten eine große Choreografie, die die Westtribüne in Deutschlandfarben tauchte und ein Banner mit acht Nationalspielern zeigte. Darunter stand in großen Lettern „LET’S GO“.
Die Mannschaft bemühte sich, die Vorgaben des Trainers Julian Nagelsmann umzusetzen. Undav vergab eine erste gute Chance (8. Minute), als er im Strafraum den Ball nicht richtig traf. Wirtz und Nathaniel Brown, der überraschend auf der linken Abwehrseite begann, kombinierten sich sehenswert nach vorne.
Bewährungschancen für Spieler
Für den letzten WM-Test auf deutschem Boden gab Nagelsmann einigen Spielern die Möglichkeit, sich zu beweisen. Felix Nmecha begann im Mittelfeld an der Seite von Aleksandar Pavlovic, während der Münchner Karl vorne rechts begann. Brown erhielt den Vorzug gegenüber David Raum.
„Brown hat die Gabe, offensiv die Räume zu finden und einen guten Speed“, sagte Nagelsmann im ZDF. „Raum ist eine Art emotionaler Leader. Auf der Position des Linksverteidigers habe ich zwei sehr gute Spieler zur Verfügung.“
Nach einem guten Beginn folgte jedoch ein Leerlauf, in dem die DFB-Elf kaum Lücken fand und behäbig nach vorne spielte. Die Fans beobachteten das Spiel dennoch wohlwollend. Der als Torhüter degradierte Oliver Baumann, der für den verletzten Manuel Neuer begann, erhielt bei seinem ersten Ballkontakt viel Applaus und wurde in der Schlussphase mit Sprechchören bedacht.
Der Wendepunkt im Spiel
Der Funke sprang zunächst nicht über, sodass ein Standard helfen musste: Karl führte einen Eckstoß kurz aus, die finnische Abwehr war unsortiert, und Undav konnte eine Flanke von Joshua Kimmich per Kopf versenken. Karl punktete auf der rechten Seite und spielte unbekümmert, was ihm in der ersten Halbzeit einen Lichtblick bescherte. Nagelsmann war mit der Leistung seiner Mannschaft unzufrieden und griff mehrfach korrigierend ein.
Nach der Pause nahm Deutschland jedoch Fahrt auf. Undav erkämpfte den Ball im finnischen Strafraum und bediente Wirtz per Grätsche. Wenig später erhöhte Undav nach einem Konter, der herrlich von Karl vorbereitet wurde. Bei dieser Aktion verletzte sich Undav, doch die DFB-Elf ließ sich davon nicht beirren. Musiala sorgte dafür, dass die Mannschaft am Dienstag mit einem guten Gefühl in Frankfurt abheben kann. Am 6. Juni findet in Chicago die WM-Generalprobe gegen Co-Gastgeber USA statt. Ob Neuer dann im Tor stehen wird, ist noch unklar.
Quellen: n-tv, eurosport
Bildquelle: Von JazzyJoeyD – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=139320828