Der spanische Fußball hat einen bedeutenden Spieler verloren: José Emilio Santamaría ist im Alter von 96 Jahren verstorben. Der ehemalige Nationaltrainer und Meisterspieler von Real Madrid verstarb am Tag des Champions-League-Rückspiels gegen den FC Bayern, wie der Verein mitteilte.
Zwischen 1957 und 1966 absolvierte Santamaría insgesamt 337 Pflichtspiele für die Königlichen und feierte dabei sechs Meisterschaften sowie vier Erfolge im Europapokal der Landesmeister. Er war Teil einer glanzvollen Ära, die von Größen wie Alfredo Di Stéfano, Raymond Kopa und Ferenc Puskás geprägt war.
Ein Abwehrchef von Format
Ursprünglich als Stürmer ausgebildet, entwickelte sich Santamaría zu einem herausragenden Abwehrchef, der den Offensivspielern den Rücken freihielt. Er kombinierte die Eigenschaften eines klassischen Liberos mit denen eines modernen Vorstoppers. Aufgrund seiner defensiven Stärke erhielt er den Spitznamen „El Muro“ („Die Wand“).
Ein Verlust für den Verein
In einer offiziellen Mitteilung äußerte Real Madrid sein Beileid: „Wir trauern um eine der größten Legenden unseres Vereins und des Weltfußballs. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Nora, seinen Kindern Nelson, Nora, Beatriz, José, Silvia und Javier sowie seinen Enkeln, Urenkeln und allen Angehörigen, Freunden und Vertrauten.“
Von Uruguay nach Spanien
José Emilio Santamaría wurde in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, geboren und nahm später die spanische Staatsbürgerschaft an. In seiner Karriere absolvierte er 20 Länderspiele für Uruguay und 16 für Spanien.
WM 1954 und die deutsche Mannschaft
Mit der uruguayischen Nationalmannschaft nahm Santamaría 1954 an der Weltmeisterschaft in der Schweiz teil. Dort wäre er beinahe auf die deutsche Mannschaft im Finale getroffen, doch Uruguay scheiterte im Halbfinale mit 2:4 nach Verlängerung gegen Ungarn, das von Sturmlegende Sándor Kocsis angeführt wurde.
Trainerkarriere und Nachleben
Zwischen 1980 und 1982 war Santamaría Trainer der spanischen Nationalmannschaft und führte das Team zur Heim-Weltmeisterschaft. Das Ausscheiden in der Zwischenrunde nach einer 1:2-Niederlage gegen Deutschland führte zu seinem Rücktritt als Nationaltrainer.
Nach seiner Trainerkarriere widmete sich der siebenfache Familienvater dem Geschäft und wurde Geschäftsführer einer Bäckereikette. Zudem blieb er dem spanischen Fußball als Kolumnist in Fachzeitschriften verbunden.
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Bildquelle: Mike Labrum auf Unsplash