Der ehemalige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sieht sich schweren Vorwürfen gegenüber, die im Zusammenhang mit der gescheiterten Pkw-Maut stehen. Wie eine Sprecherin des Landgerichts Berlin mitteilte, wurde die Anklage in diesem Fall nun akzeptiert. Scheuer, Mitglied der CSU, reagiert entschieden und weist die Vorwürfe zurück.
Die Berliner Staatsanwaltschaft beschuldigt Scheuer, im Maut-Untersuchungsausschuss des Bundestags falsche Aussagen gemacht zu haben. Mit ihm ist auch der frühere Verkehrsstaatssekretär Gerhard Schulz angeklagt, der ebenfalls die Vorwürfe vehement bestreitet. Der genaue Termin für den Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer ist noch unklar, da das Gericht derzeit Verhandlungen mit den Beteiligten führt.
Ursprung der Maut-Thematik
Die Einführung der Pkw-Maut galt als eines der Hauptprojekte der CSU während der schwarz-roten Regierungskoalition. Im Juni 2019 erklärte der Europäische Gerichtshof das Vorhaben für unzulässig. Dies führte zur Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Bundestag, der die Hintergründe des Maut-Projekts näher beleuchten sollte. Besonders kritisch betrachtet wird, dass Scheuer bereits im Jahr 2018 die Verträge mit den Betreibern abgeschlossen hat, obwohl zu diesem Zeitpunkt keine endgültige rechtliche Klarheit durch den Europäischen Gerichtshof gegeben war.
Kernpunkte der Vorwürfe
Die Anklage stützt sich auf die Behauptung, dass sowohl Scheuer als auch Schulz im Bundestagsausschuss absichtlich falsche Informationen vermittelt haben. Ein zentrales Element ist ein Treffen am 29. November 2018, bei dem Abgeordnete nachfragten, ob die Betreiber bereit waren, die Verträge erst nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zu unterzeichnen. Laut Staatsanwaltschaft haben beide Angeklagten „entgegen ihrer tatsächlichen Erinnerung“ erklärt, sich an ein solches Angebot nicht erinnern zu können.
Finanzielle Auswirkungen auf den Staat
Die Staatsanwaltschaft leitete ihre Ermittlungen im Frühjahr 2022 ein, nachdem mehrere Privatpersonen Strafanzeigen eingereicht hatten. Die gescheiterte Pkw-Maut hatte für den Staat erhebliche finanzielle Folgen: Im Rahmen eines Schiedsverfahrens musste die Bundesrepublik insgesamt 243 Millionen Euro an Schadensersatz an die ursprünglich vorgesehenen Betreiber zahlen. Im April 2024 legte Scheuer sein Bundestagsmandat nieder und gründete mittlerweile eine eigene Beratungsfirma. In diesem Kontext wird auch die Diskussion um Maaßen und die AfD immer relevanter.
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Quellen: Bild, heute
Bildquelle: Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67282717