Berlin – Das Wirtschaftsministerium unter der Leitung von Katherina Reiche (CDU) hat einen neuen Entwurf für das Heizgesetz vorgestellt, der zahlreiche Details enthält. Reiche beabsichtigt, das umstrittene Gesetz, das von Robert Habeck (56, Grüne) initiiert wurde, zu entschärfen und einen technologieoffeneren Ansatz zu verfolgen. Nach Angaben des Ministeriums soll der Übergang zu neuen Heizsystemen flexibler gestaltet werden, sodass Heizungen auch nach 2045 weiterhin mit fossilen Brennstoffen betrieben werden dürfen.
Darüber hinaus wird erwartet, dass die Heizkosten nicht so hoch ausfallen wie ursprünglich im alten Heizgesetz vorgesehen. Laut den Berechnungen von Reiches Beamten könnten Mieter und Vermieter im Durchschnitt jährlich fünf Milliarden Euro weniger ausgeben als unter dem Habeck-Gesetz, was etwa 125 Euro pro Haushalt entspricht. Auf eine Nachfrage zur genauen Berechnung dieser Einsparungen wurde jedoch nicht geantwortet.
Erwartete Kostensteigerungen für das Heizen
Trotz der Einsparungen prognostiziert Branchenvertreter Axel Gedaschko (66, Verband GdW), dass die Heizkosten insgesamt steigen werden.
„Die Kosten werden für Vermieter und Mieter steigen“,
so Gedaschko.
Regelungen für neue Heizungen
Wichtig zu beachten ist, dass Eigentümer und Vermieter weiterhin die Möglichkeit haben, neue Öl- und Gasheizungen zu installieren. Ab 2029 wird jedoch ein Ökoanteil von 10 Prozent für diese Heizungen erforderlich sein, der beispielsweise durch Biogas gedeckt werden kann. Ab 2030 sind mindestens 15 Prozent Ökoanteil beim Kraftstoff notwendig, ab 2035 dann 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent. Zudem müssen Vermieter ab 2028, wenn sie eine neue Öl- oder Gasheizung einbauen, die Hälfte der Netzentgelte, des CO₂-Preises und des Biokraftstoffs tragen.
Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen
Nach Informationen von Haus & Grund hängt die Wirtschaftlichkeit eines Umstiegs von Öl- oder Gasheizungen auf Wärmepumpen stark vom jeweiligen Haustyp ab. Die Kosten für den Einbau und die Sanierung von Wärmepumpen könnten teilweise auf die Mieter umgelegt werden, was zu einer höheren Nettokaltmiete führen könnte. Gleichzeitig dürften die Heizkosten jedoch sinken. Zudem stellt sich die Frage, warum das Laden von E-Autos dreimal günstiger als Tanken ist.
Katherina Reiche hat in dieser Woche einen Referentenentwurf für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz in die Ressortabstimmung gegeben. Damit wird das umstrittene Heizungsgesetz der Ampelregierung endgültig überarbeitet. Auch die finanziellen Anpassungen im Mai 2026 sind von Bedeutung für die zukünftige Entwicklung.
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