Politik
Unzufriedenheit mit Merz: Drei zentrale Kritikpunkte der Wähler
14.04.2026, 15:56 Uhr
Ein Großteil der Wähler in Deutschland äußert sich unzufrieden mit der Amtsführung von Kanzler Friedrich Merz. Laut einer aktuellen Umfrage sind 80 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit unzufrieden. Die Meinungsforscher von Forsa haben die Gründe für diese Unzufriedenheit untersucht und einige zentrale Punkte identifiziert.
Die häufigsten Vorwürfe, die Merz gemacht werden, sind „gebrochene Wahlversprechen“ und „vollmundige Ankündigungen ohne Folgen“. Diese beiden Aspekte wurden von den Befragten als die Hauptgründe für ihre Unzufriedenheit genannt. In der Umfrage wurden keine vorgegebenen Antworten gegeben, was die Ergebnisse besonders aufschlussreich macht. Darüber hinaus gaben 14 Prozent der Befragten an, dass Merz „keine klare Linie“ verfolge und „widersprüchlich agiere“. Diese drei Punkte machen zusammen 59 Prozent der Antworten aus.
Wenig Kritik an Merz‘ Außenpolitik
Im Gegensatz dazu spielt die Kritik, Merz sei ein „Außenkanzler“ und kümmere sich zu viel um internationale Angelegenheiten, eine untergeordnete Rolle. Auch die Einschätzung, dass Merz als „Mann der 90er Jahre“ zu konservativ oder rückwärtsgewandt sei, wird von wenigen geteilt. Nur eine kleine Anzahl der Befragten hält ihn für unsympathisch oder arrogant. Zudem wird er in den Bereichen Gesundheit, Verteidigung und Migration kaum für seine Politik kritisiert.
Entwicklung der Unzufriedenheit
Die Umfrage zeigt auch, dass die Unzufriedenheit mit Merz im Vergleich zu den Ergebnissen von November 2025 gestiegen ist. Damals hatten 45 Prozent der Befragten einen der beiden genannten Gründe für ihre Unzufriedenheit angegeben. Im April 2026 sind es nun 80 Prozent, die mit Merz‘ Arbeit unzufrieden sind. Dies zeigt einen deutlichen Anstieg der Unzufriedenheit.
Besonders unter den Anhängern von CDU und CSU ist die Enttäuschung über Merz ausgeprägt. 34 Prozent der Parteianhänger sind von seinen „vollmundigen Ankündigungen“ enttäuscht, während 18 Prozent sein Agieren als widersprüchlich empfinden. Zudem werfen 24 Prozent ihm mangelnde Führungsstärke vor, was im Vergleich zu den 13 Prozent in der Gesamtwählerschaft signifikant höher ist.
Wachsende Kritik in verschiedenen Politikbereichen
Obwohl die inhaltliche Kritik an Merz gering ist, wächst der Unmut in bestimmten Politikbereichen. Insbesondere die Themen Migration, Gesundheit und Soziales sowie Verteidigung wurden im April deutlich häufiger kritisiert als im November 2025. Dies deutet darauf hin, dass die Wähler zunehmend unzufrieden mit der politischen Handhabung dieser Themen sind.
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Merz mehrere Krisen gleichzeitig bewältigen muss. Die US-Zölle und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs belasten die deutsche Wirtschaft, während der Bürokratieabbau als zäh und langwierig wahrgenommen wird. Zudem haben die Kraftstoffpreise infolge des Iran-Kriegs, der von US-Präsident Trump initiiert wurde, stark angezogen. Die politischen Reaktionen auf den neuen Tankrabatt sind ebenfalls ein Thema, das in diesem Zusammenhang nicht unbeachtet bleiben sollte.
In einer früheren Version des Artikels wurden die ersten drei Umfragewerte falsch addiert. Dieser Fehler wurde mittlerweile korrigiert.
Die Daten für die repräsentative Umfrage wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 10. und 13. März 2026 erhoben. Die Datenbasis umfasst 801 Wahlberechtigte, die mit der Arbeit von Friedrich Merz unzufrieden sind. Die statistische Fehlertoleranz beträgt plus/minus 3 Prozentpunkte.
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Bildquelle: Steffen Prößdorf via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)