Nachrichten für Osnabrück und die Region

Aktuelles Echo
Herbstzeit bringt steigende Atemwegserkrankungen: Erste Erkältungswelle in Deutschland erwartet Herbstzeit bringt steigende Atemwegserkrankungen: Erste Erkältungswelle in Deutschland erwartet Vor 30 Sekunden Star der Science-Fiction nimmt Discounter in Großbritannien ins Visier Star der Science-Fiction nimmt Discounter in Großbritannien ins Visier Vor 56 Minuten Wiesn-Abend für Frédéric Prinz von Anhalt: 38.000 Euro Rechnung nach der Nacht Wiesn-Abend für Frédéric Prinz von Anhalt: 38.000 Euro Rechnung nach der Nacht Vor 1 Stunde Unangenehmer Vorfall: Vanessa Mai wird während ihrer Tour in Berlin ausgeraubt Unangenehmer Vorfall: Vanessa Mai wird während ihrer Tour in Berlin ausgeraubt Vor 1 Stunde Der perfekte Urlaub 2027: Brückentage clever einplanen Der perfekte Urlaub 2027: Brückentage clever einplanen Vor 2 Stunden Spionageverdacht gegen ehemaligen BND-Präsidenten: Folgen für die nationale Sicherheit Spionageverdacht gegen ehemaligen BND-Präsidenten: Folgen für die nationale Sicherheit Vor 2 Stunden Ärztliche Verurteilung nach schwerem Geburtsschaden in Tschechien Ärztliche Verurteilung nach schwerem Geburtsschaden in Tschechien Vor 2 Stunden Bundesregierung verhindert Verkauf von Logistikfirma an chinesischen Investor Bundesregierung verhindert Verkauf von Logistikfirma an chinesischen Investor Vor 2 Stunden Sichtung einer Raubkatze in der Nähe des Münchner Flughafens: Bevölkerung aufgerufen zur Vorsicht Sichtung einer Raubkatze in der Nähe des Münchner Flughafens: Bevölkerung aufgerufen zur Vorsicht Vor 2 Stunden Aufregung im Nationalpark Majella: Touristen verstoßen gegen Regeln Aufregung im Nationalpark Majella: Touristen verstoßen gegen Regeln Vor 4 Stunden

Hochgiftige Chilenische Einsiedlerspinne jetzt in Deutschland

Die Chilenische Einsiedlerspinne, bekannt für ihr potenziell tödliches Gift, wurde erstmals in Deutschland gesichtet. Experten warnen vor den gesundheitlichen Risiken und erläutern, wie man einen Biss erkennt.

Hochgiftige Chilenische Einsiedlerspinne jetzt in Deutschland
depositphotos

Die Chilenische Einsiedlerspinne, bekannt für ihr gefährliches Gift, sorgt für Aufregung in Deutschland. Während die Nosferatu-Spinne bereits weit verbreitet ist, wurde nun ein Exemplar der Gattung Loxosceles entdeckt, die zuvor nur im Mittelmeerraum vorkam. Ihr Gift kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen, einschließlich Gewebezerstörung und im Extremfall sogar zum Tod. Die Entdeckung dieser Spinne in Deutschland wirft Fragen auf.

🎁 Gewinnspiel

Jetzt Newsletter abonnieren und gewinnen!

Melde dich zum kostenlosen Newsletter an und nimm automatisch an unserem Gewinnspiel teil. Wir verlosen 500 × 100 € Wunschgutscheine unter allen Abonnenten.

Wo leben die Tiere?

Spinnen der Gattung Loxosceles sind vor allem in Regionen mit mildem Klima verbreitet. Die Mediterrane Einsiedlerspinne (Loxosceles rufescens) hat sich bereits im Mittelmeerraum etabliert und wird auch als Braune Violinspinne bezeichnet. In Nordamerika ist die Braune Einsiedlerspinne (Loxosceles reclusa) vorzufinden, die vor allem in wärmeren Gebieten wie dem Mittleren Westen und den südlichen Bundesstaaten lebt. Berichte über Sichtungen in Deutschland sind rar, jedoch gibt es Hinweise darauf, dass die Chilenische Einsiedlerspinne (Loxosceles laeta) bald nach Europa gelangen könnte.

Erste Sichtung in Deutschland

Die erste dokumentierte Sichtung einer Einsiedlerspinne in Deutschland fand im Herbst 2025 statt, als ein Handwerker im Keller der Universität Tübingen ein auffälliges Exemplar entdeckte. Dieses Exemplar wurde von Hubert Höfer, einem Experten für Spinnen und Leiter der Biowissenschaften am Naturkundemuseum Karlsruhe, identifiziert. Höfer erklärte:

„Und er hat tatsächlich dieses Tier gefangen, was sehr, sehr wertvoll ist, denn nur durch dieses Männchen, das da gefangen wurde, konnten wir überhaupt eine sichere Bestimmung machen.“

Inzwischen wurden 15 Exemplare unterhalb der Universität gefunden.

Wie kam die hochgiftige Spinne nach Deutschland?

Die Spinnen scheinen sich über einen längeren Zeitraum unbemerkt in Deutschland aufgehalten zu haben, vermutlich durch Warentransporte. Höfer erläutert:

„Bis sich aus Einzeltieren, die eingeschleppt werden, da was etabliert, das dauert in der Regel, beziehungsweise das schaffen überhaupt nur wenige Arten.“

Eine flächendeckende Ausbreitung in Deutschland ist aufgrund der Temperaturansprüche der Spinne eher unwahrscheinlich. Die Chilenische Einsiedlerspinne ist eher häuslich und bevorzugt Gebäude.

Ist die Chilenische Einsiedlerspinne gefährlich?

Der Biss dieser Spinne kann unbehandelt für Menschen sehr gefährlich werden und sogar tödlich enden. Die Chilenische Einsiedlerspinne ist in Chile heimisch und wird dort als „araña de rincón chilena“ bezeichnet. Diese nachtaktiven Tiere sind scheu und verstecken sich gerne in Schränken oder Schubladen. Höfer beschreibt die Spinne als

„ein sehr zartes Tier, das den Menschen aus dem Weg geht.“

Was sollte man tun, wenn man auf eine Spinne der Loxosceles-Familie stößt?

Dr. Roland Mühlethaler, Referent beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), empfiehlt, die Spinne zu erkennen und sanft ins Freie zu befördern, falls man sie nicht im Haus haben möchte.

„Wer eine Spinne im Haus findet und sie dort nicht dulden möchte, möge sie bitte sanft (Glas oder Becher überstülpen, Pappe darunter) ins Freie befördern.“

Wie erkenne ich einen Loxosceles-Biss?

Bei einem Biss sollte die Spinne eingefangen werden, um eine sichere Identifizierung zu ermöglichen. Mühlethaler erklärt:

„Das Loxosceles-Gift hat leider die unangenehme Eigenschaft, Nekrosen hervorzurufen.“

Diese Nekrosen können im schlimmsten Fall zum Tod führen. Ein Biss ist in der Regel sehr schmerzhaft und bleibt nicht unbemerkt.

Wie gefährlich ist das Gift der Loxosceles-Spinnen?

Das Gift der Loxosceles-Spinnen ist für den Menschen gefährlich. Bei unbehandelten Bissen kann es zu Nierenversagen, Amputationen und sogar zum Tod kommen. Die Sterblichkeitsrate wird auf drei bis vier Prozent geschätzt. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet sind Bisse jedoch selten, und die Art hat dort medizinisch kaum Bedeutung. Ein Biss der Chilenischen Einsiedlerspinne kann innerhalb von zwei bis 18 Stunden zu starken Schmerzen und Nekrosen führen.

Bislang kein Gegengift

Es gibt derzeit kein Gegengift für den Biss der Chilenischen Einsiedlerspinne. In Brasilien haben Ärzte jedoch ein Antidot getestet, das innerhalb von 48 Stunden nach dem Biss am wirksamsten ist. Studien zeigen, dass 91,8 Prozent der Patienten mit Kortison behandelt wurden, um die Ausbildung von Loxosceles-Läsionen zu reduzieren.

Kommen die hochgiftigen Spinnen auch ins Haus?

In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet sind die Spinnen oft in Häusern anzutreffen, ohne dass sie dort ein schwerwiegendes medizinisches Problem darstellen. Mühlethaler betont, dass die Spinnen scheu sind und nur bei Bedrohung beißen. In Chile hat sich eine Gewohnheit etabliert, vor dem Schlafengehen dunkle Ecken abzusaugen und Kleidung vor dem Anziehen auszuschütteln, um Bisse zu vermeiden.

Muss man eine Sichtung der Loxosceles-Spinne melden?

Der Nabu hat bisher keine spezielle Meldepflicht für Sichtungen der Chilenischen Einsiedlerspinne eingerichtet. Dr. Alexander Wirth empfiehlt jedoch, Sichtungen über ein Meldeformular zu dokumentieren, um die Art zu erfassen.

Ist die Angst vor der Spinne gerechtfertigt?

Mühlethaler rät dazu, keine Panik zu verbreiten:

„Wir in Mitteleuropa leben schon seit Jahrtausenden friedlich mit giftigen Tieren zusammen. Wenn wir die Tiere respektieren und in Ruhe lassen, passiert auch selten etwas.“

Unfälle sind jedoch immer möglich, wie in vielen Lebensbereichen.

Bildquelle: depositphotos

Artikel teilen:

Empfehlungen für dich.