Fünf Länder haben beschlossen, in diesem Jahr nicht am Eurovision Song Contest (ESC) teilzunehmen. Unter den Boykotteuren befindet sich auch ein Vertreter der „Big Five“, die zu den Hauptfinanziers des Wettbewerbs zählen.
Im vergangenen Jahr feierte der österreichische Countertenor JJ in der Baseler St. Jakobshalle seinen ESC-Sieg, und es wurde bekannt gegeben, dass die Jubiläumsausgabe im Folgejahr in Österreich stattfinden würde. Nun, ein Jahr später, richten sich die Blicke der Musikfans weltweit nach Wien, um zu erfahren, welcher Künstler im Finale der 70. Ausgabe des ESC den ersten Platz belegen wird. Könnte Sal da Vinci rechtzeitig für den ESC auftreten?
Die Vorfreude auf das Event ist groß, jedoch wird der ESC auch in diesem Jahr von einer politischen Grundsatzdiskussion überschattet. Im Zentrum der Kontroversen steht die Teilnahme Israels. Bereits in den beiden Vorjahren, als der ESC 2024 in Malmö und 2025 in Basel stattfand, gab es massive Proteste gegen die israelische Teilnahme. Angesichts des Nahostkonflikts und des Krieges in Gaza ist die Teilnahme israelischer Künstler beim ESC äußerst umstritten.
Proteste und Sicherheitsvorkehrungen
Vor zwei Jahren in Malmö wurde der Auftritt der israelischen Sängerin Eden Golan von Pfiffen und Buhrufen begleitet. Im Vorfeld und während der Veranstaltung kam es rund um den Austragungsort zu Demonstrationen und teils gewaltsamen Ausschreitungen. Im darauffolgenden Jahr trat in Basel die Sängerin Yuval Raphael auf, die Überlebende des Hamas-Angriffs auf das Nova-Musikfestival am 7. Oktober 2023 ist. Auch hier gab es Proteste.
In diesem Jahr erwarten die Organisatoren noch mehr Widerstand. Aufgrund von Drohungen und angekündigten Protesten wird die israelische Delegation, die seit Anfang Mai in Wien ist, weitestgehend abgeschirmt. Im Gegensatz zu anderen Teilnehmern hat der israelische Sänger Noam Bettan entschieden, auf öffentliche Auftritte außerhalb der Proben zu verzichten. Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm, und die Stadthalle ähnelt bereits Tage vor der Veranstaltung einer Festung.
Boykott durch fünf Länder
Für fünf Länder ist die Situation nicht mehr tragbar. Noch im November hatte die Europäische Rundfunkunion (EBU) versucht, mit neuen Teilnahmebedingungen für eine Beruhigung der angespannten Lage zu sorgen. Doch die verantwortlichen Rundfunkanstalten in Spanien, Irland, Slowenien, Niederlande und Island zeigten sich unbeeindruckt und entschieden, in diesem Jahr nicht am ESC teilzunehmen. Gesundheitliche Bedenken: No Angels canceln mehrere Auftritte
Der Umgang mit dem Boykott variiert zwischen den Ländern. Während die Niederlande und Island ihre Beiträge zurückziehen, wird der ESC dennoch übertragen. In Spanien, Irland und Slowenien hingegen wird der Wettbewerb nicht im Fernsehen ausgestrahlt.
Finanzielle Auswirkungen des Boykotts
Der Boykott dieser fünf Länder stellt einen erheblichen Rückschlag für den ESC dar, insbesondere in Bezug auf die finanzielle Unterstützung des Wettbewerbs. Spanien gehört zu den sogenannten „Big Five“, den fünf Ländern, die den Wettbewerb finanziell maßgeblich unterstützen. Neben Spanien zählen auch Deutschland, Italien und Großbritannien zu diesen Hauptfinanziers.
Irland und die Niederlande gehören zudem zu den erfolgreichsten Ländern in der Geschichte des ESC. Irland hat den Wettbewerb bereits siebenmal gewonnen, während die Niederlande fünf Siege feiern konnten. Die Proteste sind also nicht unbegründet. Seit 2023 steht der ESC unter dem Motto „United By Music“, das eigentlich die Idee vermitteln soll, dass Musik Menschen verbindet. Wie reagiert die EU auf die drohende Energiekrise? Es bleibt abzuwarten, wie sich der Zusammenhalt in diesem Jahr entwickeln wird.
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Quellen: t-online
Bildquelle: Quejaytee via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)