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Panikattacken: Einblicke in Ursachen und körperliche Reaktionen – Osnabrücker Echo

Panikattacken sind eine weit verbreitete Reaktion auf plötzliche Angst und betreffen etwa 30 Prozent der Deutschen. Der Artikel beleuchtet die körperlichen und psychischen Prozesse hinter diesen Alarmreaktionen und gibt Einblicke in mögliche Ursachen und Bewältigungsstrategien.

Panikattacken: Einblicke in Ursachen und körperliche Reaktionen – Osnabrücker Echo
KI-generiert

Angstattacken stellen für viele Menschen eine erhebliche Belastung dar. Doch was geschieht genau im Körper, wenn eine Panikattacke auftritt? Es ist wichtig zu wissen, dass nicht jeder Anfall auf eine ernsthafte Erkrankung hinweist.

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Ein beschleunigter Herzschlag, zitternde Hände und Atembeschwerden sind häufige Symptome, wenn das Gefühl der Angst überhandnimmt. In solchen Momenten kann der menschliche Körper mit einer Panikattacke reagieren, die oft so intensiv ist, dass Betroffene glauben, sie würden sterben. Schätzungen zufolge erleben in Deutschland etwa 30 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mindestens eine Panikattacke, wie Andreas Ströhle, Leiter der Angstambulanz an der Berliner Charité, erläutert.

Was ist eine Panikattacke?

Eine Panikattacke wird als plötzliches und in der Regel nur wenige Minuten andauerndes Auftreten einer körperlichen und psychischen Alarmreaktion definiert. Oft sind sich die Betroffenen nicht bewusst, dass ihre Symptome Ausdruck einer Panikreaktion sind.

Ströhle beschreibt Panikattacken als eine Art körpereigene Alarmanlage: „Man kann sich das wie einen Alarm vorstellen, der von einer Alarmanlage ausgelöst wird. Es geht sehr schnell von 0 auf 100 und bildet sich dann langsam wieder zurück.“ Allerdings verläuft nicht jeder Anfall gleich, und nicht immer ist eine psychische Erkrankung die Ursache.

Physiologische Reaktionen während einer Panikattacke

Bei einer Panikattacke werden bestimmte Hirnregionen aktiviert, erklärt Ströhle. „Für diese körperlichen Reaktionen sind der Hirnstamm und die physiologischen Zentren im Gehirn verantwortlich, die den Kreislauf und die Atmung regulieren.“ Diese evolutionär alten Zentren sind für Reaktionen wie einen beschleunigten Puls, Atemnot oder Schwitzen verantwortlich.

Wenn diese Prozesse in Gang gesetzt werden, kommt es zu einer massiven Alarmreaktion im Körper. Laut Ströhle bereitet sich der Körper auf eine große Bedrohung vor, was die Reaktionen wie Kampf oder Flucht erleichtert und die Muskulatur besser durchbluten lässt. Dadurch kann der Körper optimal auf eine potenzielle Gefahr reagieren.

Die Symptome einer Panikattacke sind vielfältig. „Atemnot, Hyperventilation oder beschleunigte Atmung sind klassische Symptome, müssen aber nicht zwangsläufig auftreten,“ erklärt der Experte. Betroffene berichten auch von Schweißausbrüchen, Unruhe oder häufigem Harndrang. Zudem haben viele Angst, die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden oder sogar zu sterben. In einigen Fällen kann auch Körpergeruch auf einen möglichen Vitaminmangel hinweisen.

Dauer und Verlauf einer Panikattacke

In der Regel klingt eine Panikattacke nach 10 bis 30 Minuten wieder ab. In seltenen Fällen kann das Angstgefühl länger anhalten, insbesondere wenn die Angst vor einer weiteren Attacke hinzukommt.

Ursachen von Panikattacken

Doch was führt zu solchen Panikattacken? Ströhle nennt verschiedene Faktoren, darunter psychische und körperliche Erkrankungen, einschneidende Lebensereignisse sowie der Konsum von Drogen wie Alkohol oder Beruhigungsmitteln. Bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Panikattacken. Dazu zählen übermäßiger Kaffeekonsum, Schlafmangel, Stress oder bestimmte Medikamente.

Es gibt auch situativ ausgelöste Anfälle. Beispielsweise kann eine Person mit einer Schlangenphobie in der Nähe einer Schlange eine Panikattacke erleiden. „Die Symptome können ähnlich sein wie bei einer Panikstörung, werden jedoch durch spezifische Situationen oder auch durch die Vorstellung daran ausgelöst,“ erklärt Ströhle.

Panikattacke versus Panikstörung

Es ist wichtig, zwischen einer Panikattacke und einer Panikstörung zu unterscheiden. Eine Panikattacke kann auch bei gesunden Menschen auftreten, etwa in einer bedrohlichen Situation. „Wenn ich als gesunder Mensch mit einer Schlange konfrontiert werde, ist es normal, so zu reagieren,“ sagt Ströhle.

Im Gegensatz dazu ist eine Panikstörung eine ernsthafte Erkrankung, bei der es wiederholt zu unerwarteten Panikattacken kommt. Dies führt oft dazu, dass Betroffene bestimmte Situationen und Aktivitäten meiden, sich zurückziehen oder eine verstärkte Angst entwickeln. Ströhle beschreibt dies als ein „überempfindlich eingestelltes Alarmsystem.“

Häufigkeit und Behandlung von Panikstörungen

Die Häufigkeit von Panikstörungen ist nicht genau bekannt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) sind die letzten repräsentativen Daten zur Häufigkeit dieser Diagnose in Deutschland einige Jahre alt. Eine Studie aus dem Jahr 2014 ergab, dass etwa zwei Prozent der Bevölkerung betroffen sind.

Ströhle berichtet, dass sich Panikstörungen gut behandeln lassen. Dabei kommen Psychotherapie, insbesondere Verhaltenstherapie, sowie gegebenenfalls Antidepressiva zum Einsatz. Die Erfolgsaussichten einer solchen Therapie sind sehr hoch.

Wichtiger Hinweis

Die bereitgestellten Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und sollten nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.

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