In Frankreich sorgt der Tod eines elfjährigen Mädchens für große Bestürzung und Empörung. Die Leiche, die vermutlich zu der seit sechs Tagen vermissten Lyhanna gehört, wurde auf einem Bauernhof im Département Gers im Südwesten des Landes entdeckt. Eine Autopsie soll nun die Identität des Mädchens bestätigen und die Todesursache klären.
Entdeckung der Leiche und erste Ermittlungen
Die Suche nach dem vermissten Mädchen, die von zahlreichen Freiwilligen und 170 Gendarmen unterstützt wurde, führte zu dem erschütternden Fund. Die Leiche wurde in einem Silo entdeckt, und die Kleidung stimmte mit der überein, die Lyhanna zum Zeitpunkt ihres Verschwindens trug. Die Staatsanwaltschaft von Agen gab bekannt, dass die Identität des Mädchens durch eine Autopsie formell festgestellt werden soll. Dies erinnert an den Fall von Identität gesucht: Polizei ermittelt im Fall von 42 verstorbenen Frauen.
Der Verdächtige und seine Vorgeschichte
Der Fall hat landesweit für Empörung gesorgt, da der Verdächtige, ein 41-jähriger Mann, bereits mehrfach wegen sexueller Übergriffe und Vergewaltigung von Minderjährigen angezeigt worden war. Er befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam und hat bei seiner Vernehmung keine Aussagen gemacht. Regierungssprecherin Maud Bregeon äußerte:
„Dies wirft die Frage auf, welches Gewicht Aussagen von Opfern haben und wie in solchen Fällen ermittelt wird.“
Frühere Anzeigen und behördliche Ermittlungen
Ein Ermittlungsverfahren gegen den Verdächtigen, das auf eine Anzeige wegen Vergewaltigung von Minderjährigen aus dem Jahr 2024 folgte, wurde mangels Beweisen eingestellt. Eine weitere Anzeige aus dem Jahr 2025 führte dazu, dass neun Monate lang weder der Verdächtige noch Zeugen befragt wurden. Infolge dieser Versäumnisse hat die Regierung interne Ermittlungen eingeleitet. Premierminister Sébastien Lecornu hat für Freitag eine Sitzung mit den Innen- und Justizministern einberufen. Ähnliche Fälle wie der Übergriff auf Mallorca: Urlauberin nach Partynacht in Lieferwagen entführt zeigen, wie wichtig zügige Ermittlungen sind.
Warnsignale und Kritik an der Justiz
Die auf Sexualdelikte spezialisierte Anwältin Carine Durrieu Diebolt kritisierte die Ermittlungen und erklärte, dass die „Warnsignale“ hätten dazu führen müssen, die Fälle zusammenzuführen und ein Eilverfahren einzuleiten. Sie bemängelte rückständige Justizmethoden, wie das Versenden von Akten auf dem Postweg.
Gesellschaftliche Reaktionen und Statistiken
Der Vorsitzende einer Kommission zur Verhinderung von Inzest, Denis Roth-Fichet, äußerte sich ebenfalls zu dem Fall und erklärte:
„Sexualisierte Gewalt gegen Kinder wird von der französischen Justiz stark vernachlässigt.“
Laut seinen Angaben führen lediglich sieben Prozent der Anzeigen wegen sexueller Gewalt gegen Kinder zu Verurteilungen, bei Anzeigen wegen Vergewaltigung von Kindern sind es nur drei Prozent. Die Zahl der minderjährigen Opfer sexualisierter Gewalt ist seit 2016 um mehr als das Anderthalbfache gestiegen.
Internationale Aufmerksamkeit
Im Jahr 2025 wurde Frankreich vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt, weil es versäumt hatte, Frauen zu schützen, die als Minderjährige Vergewaltigungen angezeigt hatten. Der aktuelle Fall hat erneut die Diskussion über den Umgang mit sexualisierter Gewalt gegen Kinder in Frankreich entfacht. Dies erinnert an ein tragisches Tauchunglück, das ebenfalls internationale Aufmerksamkeit erregte.
- Identität gesucht: Polizei ermittelt im Fall von 42 verstorbenen Frauen
- Übergriff auf Mallorca: Urlauberin nach Partynacht in Lieferwagen entführt
- Tragisches Tauchunglück: Fünf Italiener verlieren Leben bei Höhlenerkundung auf den Malediven – Osnabrücker Echo
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Quellen: t-online, stern
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