Der ehemalige Bundesliga-Torhüter Alexander Manninger (†48) ist tragisch verunglückt. „Du wirst deine Kinder und deine junge Frau von oben begleiten“, so die emotionale Reaktion auf den Verlust.
Unfall am Bahnübergang
Alexander Manninger, der am 21. November 2012 zum FC Augsburg wechselte und dort bis zum Sommer 2016 aktiv war, verstarb am Donnerstagmorgen um 8:20 Uhr. Sein VW-Minivan wurde an einem unbeschrankten Bahnübergang von einer Salzburger Lokalbahn erfasst. Der ehemalige Keeper hinterlässt seine Frau und zwei kleine Kinder.
Karriere und Erfolge
Geboren am 4. Juni 1977 in Salzburg, begann Manninger seine Karriere in Österreich, wo er für Vereine wie Austria Salzburg, Casino Salzburg, Vorwärts Steyr und den Grazer AK spielte. Besonders in der Europapokal-Saison 1996/97 erlebte er mit dem Grazer AK einen Höhepunkt, als er das Star-Ensemble von Inter Mailand im Giuseppe Meazza mit herausragenden Paraden zur Verzweiflung brachte. Im Hinspiel endete die Partie 0:1, im Rückspiel hielt Manninger über 120 Minuten die Null, bevor die Italiener im Elfmeterschießen gewannen.
Wechsel nach England und Italien
Nach dieser Saison wechselte Manninger für umgerechnet knapp über eine Million Euro zu Arsenal. Als erster Österreicher in der Premier League schrieb er Geschichte und gewann in seiner ersten Saison mit den Gunners das Double. Später spielte er auch für Juventus Turin, wo er in der Saison 2011/12 einen weiteren Meistertitel errang. Von 2008 bis 2012 war er Teil der Alten Dame und agierte zunächst als Nummer zwei hinter der Legende Gianluigi Buffon.
Emotionale Reaktionen
Gianluigi Buffon äußerte sich nach dem plötzlichen Tod seines ehemaligen Mitspielers mit bewegenden Worten:
„Lieber Alex, jedes Wort ist überflüssig. Jede Träne wäre nur eine weitere für den Verlust eines Freundes und eines Menschen, den ich immer bewundert habe. Du hast dich entschieden, unabhängig von der Vereinnahmung durch die Welt des Fußballs zu bleiben und dein Glück in den einfachen Dingen zu suchen: ein gesundes Leben in den Wäldern, das Angeln, die Natur, die Familie. Das war dein Lebensmotto.“
Ein Leben abseits des Fußballs
Buffon fuhr fort:
„In einer Welt, die oft gebückt und unterwürfig ist und nach Macht, Karriere und leichtem Gewinn strebt, hast du stets deine Freiheit eingefordert und bist aufrecht geblieben – mit dem Stolz eines Menschen, der weiß, was er will. Du hattest die Stärke, dich von all dem zu distanzieren und uns mit deinem verschmitzten Lächeln zu betrachten, als wolltest du sagen: ‘Ihr seid alle verrückt, ihr werdet mich niemals bekommen.’ Ich hoffe – nein, ich bin sicher –, dass du von dort oben weiterhin deine wunderbaren Kinder und deine junge Frau begleiten wirst.“
Rückblick auf die Karriere
Manninger spielte insgesamt für 16 Vereine und beendete seine Karriere 2017 beim FC Liverpool unter Jürgen Klopp. Nach seinem Rücktritt reflektierte er: „Ich war der erste Österreicher in der Premier League, der erste junge Goalie, der für Arsenal gespielt hat – es war alles neu und eine große Erfahrung. Ich habe große Spieler getroffen, habe mit Weltmeistern gespielt, mit Gewinnern des Goldenen Schuhs. Vor 20 Jahren hätte ich mir kaum mehr wünschen können.“
Nationalmannschaft und Vermächtnis
Insgesamt absolvierte Manninger 33 Spiele für die österreichische Nationalmannschaft und hinterlässt ein bleibendes Erbe im Fußball. Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine große Lücke in der Fußballwelt. Zudem erinnert der tragische Verlust von Reiner Wirsching, einem ehemaligen FCN-Spieler, der nach einem schweren Fahrradunfall verstarb, an die Zerbrechlichkeit des Lebens. Auch der tragische Tod eines jungen Fußballers aus Ghana zeigt, wie schnell alles vorbei sein kann.
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