Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Dieser Schritt soll Nachbarländer in Alarmbereitschaft versetzen und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft mobilisieren. Die WHO betonte jedoch, dass dies nicht als Pandemie-Alarm zu verstehen sei.
Aktuelle Situation in der betroffenen Region
In der Provinz Ituri im Nordosten des Kongo wurden bislang acht bestätigte und 246 mutmaßliche Fälle der gefährlichen Fieberkrankheit registriert. Zudem wurde ein Fall in der weit entfernten Hauptstadt Kinshasa nachgewiesen. Zwei infizierte Personen haben Uganda erreicht, wobei eine von ihnen verstorben ist. Insgesamt gibt es in Ituri bereits 80 mutmaßliche Todesfälle im Zusammenhang mit Ebola.
Erhöhtes Risiko einer Ausbreitung
Die WHO warnte, dass der ansteigende Trend von Verdachts- und Todesfällen darauf hindeutet, dass der Ausbruch möglicherweise viel größer ist als bisher bekannt. Dies birgt ein erhebliches Risiko für eine lokale und regionale Ausbreitung des Virus, insbesondere da die Provinz Ituri an den Südsudan grenzt. In ähnlichen Fällen, wie bei der Rückführung von Passagieren während eines Hantavirus-Ausbruchs, ist schnelles Handeln entscheidend.
Herausforderungen vor Ort
- Fragile Sicherheitslage
- Humanitäre Krise
- Starke Bevölkerungsbewegungen
Die Region sieht sich zudem mit einer fragilen Sicherheitslage, einer humanitären Krise und starken Bevölkerungsbewegungen konfrontiert. Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist, dass es keinen zugelassenen Impfstoff für den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus gibt, der für diesen Ausbruch verantwortlich ist. Dies wird von der WHO als „außergewöhnliches Ereignis“ eingestuft.
Informationen zur Bundibugyo-Variante
Die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus hat laut dem US-amerikanischen Gesundheitsinstitut NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent im Vergleich zum Zaire-Stamm, der bis zu 90 Prozent erreichen kann. Dies ist der insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. In der Vergangenheit gab es nur zwei Ausbrüche der Bundibugyo-Variante: 2007 in Uganda mit 37 Todesfällen und 2012 im Kongo mit 29 Todesfällen. Auch beim Dengue-Fieber-Risiko auf den Malediven sind ähnliche Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.
Übertragung und Gefahren von Ebola
Ebola ist eine hochansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch Körperkontakt und den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird. Bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika zwischen 2014 und 2015 starben mehr als 11.000 Menschen. Der letzte Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, der zwischen September und Dezember 2025 stattfand, forderte 45 Menschenleben in der südwestlichen Provinz Kasaï. Die Frage, wie die EU auf solche Gesundheitskrisen reagiert, bleibt ebenfalls von großer Bedeutung.
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Quellen: n-tv
Bildquelle: depositphotos