Die Situation im Westjordanland eskaliert, da extremistischer Siedlergewalt in den letzten Tagen mehrere Menschenleben gefordert hat. Israelische Medien berichten zunehmend von „jüdischem Terror“.
Ein 25-jähriger Palästinenser wurde in der von Israel besetzten Region Deir Dibwan, östlich von Ramallah, durch Schüsse von Siedlern getötet. Dies stellt das dritte Todesopfer innerhalb von nur zwei Tagen dar. Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium kam es zu weiteren Festnahmen, als die israelische Armee die Stadt durchsuchte und mehr als 30 Personen in Gewahrsam nahm.
Die palästinensische Autonomiebehörde gab an, dass israelische Streitkräfte palästinensische Bewohner von Deir Dibwan festgenommen hätten. Auf der Plattform X wurden Videos veröffentlicht, die Dutzende Männer zeigen, die in einer Reihe eine Straße entlanggeführt werden. Diese Aufnahmen konnten bislang nicht unabhängig verifiziert werden.
Berichte über „jüdischen Terror“
Am Dienstag meldete der Rote Halbmond, dass im Dorf Al-Mughajjir im zentralen Westjordanland zwei Menschen, darunter ein 14-jähriges Kind, durch Schüsse israelischer Siedler getötet wurden. Vier weitere Personen erlitten Verletzungen. Die israelische Armee gab an, den Vorfall zu untersuchen. Dies erinnert an einen traurigen Vorfall in Atlanta, bei dem ein junger Mensch tragisch in Gewalt verwickelt wurde.
Im Westjordanland leben neben etwa drei Millionen Palästinensern auch mehr als 500.000 Israelis in Siedlungen und Außenposten, die nach internationalem Recht als illegal gelten.
Steigende Gewalt seit Oktober 2023
Seit dem groß angelegten Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat die Gewalt im Westjordanland erheblich zugenommen. Der Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat die Zahl der Gewalttaten durch radikale Siedler weiter erhöht. In den israelischen Medien wird zunehmend von „jüdischem Terror“ gesprochen. Diese Situation könnte auch Auswirkungen auf die geopolitischen Spannungen haben, ähnlich wie als Trump überraschend die Waffenruhe im Iran-Konflikt verlängerte.
Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörden wurden seit Beginn des Gaza-Kriegs mindestens 1065 Palästinenser im Westjordanland durch israelische Soldaten oder Siedler getötet. Offiziellen israelischen Zahlen zufolge kamen in diesem Zeitraum 46 Israelis, sowohl Soldaten als auch Zivilisten, ums Leben.
Weitere Vorfälle im Gazastreifen
Im Gazastreifen wurden nach palästinensischen Berichten bei einem israelischen Luftangriff fünf Menschen getötet, darunter drei Kinder. Der Angriff ereignete sich in der Nähe einer Moschee in Beit Lahia.
Die UN berichteten, dass die gewaltsamen Zwischenfälle im Gazastreifen seit Inkrafttreten der Waffenruhe einen neuen Höhepunkt erreicht haben. Zwischen dem 12. und 18. April stieg die Zahl der Vorfälle, wie Schusswechsel und Angriffe, im Vergleich zur Vorwoche um 46 Prozent. Dies stellt den höchsten Wochenwert seit der Waffenstillstandsvereinbarung im Oktober dar. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seit Beginn der Waffenruhe mehr als 760 Palästinenser im Gazastreifen getötet. Diese tragischen Ereignisse erinnern an die Tragödie beim Camping, die ebenfalls das Leben junger Menschen forderte.