Die strategischen Ölvorräte der Vereinigten Staaten haben einen kritischen Punkt erreicht. 340,3 Millionen Barrel, so der aktuelle Stand der Reserve im Juni, sind der niedrigste Wert seit über vierzig Jahren und belegen die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die nationalen Vorräte.
Die Reduzierung der Bestände erfolgt inmitten eines durch den Iran-Konflikt ausgelösten Ölpreisschocks. Ein Barrel umfasst etwa 159 Liter. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur zukünftigen Stabilität der Ölversorgung auf, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Preise.
Im März dieses Jahres beschlossen die USA, zusammen mit Deutschland und weiteren Mitgliedern der Internationalen Energie-Agentur (IEA), die größte Freigabe ihrer strategischen Notfallreserven in der Geschichte. Dennoch äußerte sich US-Präsident Donald Trump skeptisch zu den erwarteten Effekten dieser Maßnahme und prognostizierte lediglich einen leichten Rückgang der Spritpreise.
Die innenpolitische Lage für Trump ist angespannt, da der Anstieg der Treibstoffpreise im Zuge des Konfliktes die öffentliche Stimmung belastet. Vor den bevorstehenden Kongress-Zwischenwahlen im November sind seine Zustimmungswerte gesunken. US-Bürger sind unzufrieden mit den Spritpreisen und der fehlenden Orientierung im Iran-Konflikt.
Am Sonntag verkündete Trump ein Rahmenabkommen mit dem Iran, das sowohl den Konflikt als auch die damit verbundenen Ölprobleme lösen soll. Details sind jedoch bislang unklar. Gleichzeitig warnen die IEA und andere Organisationen vor einem möglichen Treibstoffmangel in der nahen Zukunft.
Die strategische Ölreserve der USA wurde nach der Ölkrise der 1970er Jahre eingerichtet und hat eine maximale Kapazität von 714 Millionen Barrel. Zu Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran Ende Februar betrug der Vorrat jedoch nur etwa 415 Millionen Barrel.
Trump hat zudem seinem Vorgänger Joe Biden vorgeworfen, die Reserve aus politischen Gründen genutzt zu haben, was die USA in einem Krisenfall geschwächt habe. Nach der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 nutzte Biden rund 40 Prozent der Reserve, um die Spritpreise zu stabilisieren. Trump versprach im Wahlkampf, die Reserve „unverzüglich“ wieder aufzufüllen, jedoch geschah dies seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 nur teilweise. Trump verlängert überraschend die Waffenruhe im Iran-Konflikt: Ein neuer Ansatz?
Die abnehmenden Vorräte werfen ernste Fragen zur Belastbarkeit der Krisenpuffer der USA auf, insbesondere hinsichtlich künftiger Preis- und Lieferstörungen. Die internationale Gemeinschaft beginnt bereits, ihre Notfallinstrumente zu aktivieren, um auf die sich zuspitzende Situation zu reagieren.
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Quellen: n-tv, US-Strategiereserve auf 40-Jahres-Tief: Iran-Krieg zehrt an Ölreserven