In den USA sieht sich der Agrar- und Pharmakonzern Bayer erneut mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert. Ein Unternehmen aus Iowa hat Klage eingereicht und wirft Bayer vor, den Markt für gentechnisch verändertes Maissaatgut monopolisiert zu haben. Die Klage, die bei einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Missouri eingereicht wurde, fordert eine Sammelklage sowie eine dreifache Entschädigung für die angeblich erlittenen Schäden.
Vorwürfe gegen Bayer
In der Klageschrift wird dem Unternehmen vorgeworfen, durch wettbewerbswidrige Praktiken „Hunderte Millionen, wenn nicht Milliarden, unrechtmäßig erwirtschaftete Dollar“ eingenommen zu haben. Insbesondere wird behauptet, dass Bayer den Markt für Maissaatgut kontrolliert, das gegen das weit verbreitete Unkrautvernichtungsmittel Roundup resistent ist. Zudem soll Bayer Wettbewerber daran gehindert haben, generische Versionen des von Bayer kontrollierten Maissaatguts mit der Bezeichnung NK603 zu entwickeln. Dies habe die Kosten für Landwirte und unabhängige Saatgutfirmen erheblich erhöht. Diese Praktiken stehen im Zusammenhang mit den aktuellen Diskussionen über Betrugsmaschen im Internet.
Bayer weist Vorwürfe zurück
Bayer hat die Anschuldigungen am Mittwoch entschieden zurückgewiesen. Das Unternehmen erklärte, die Vorwürfe seien unbegründet und man werde sich vor Gericht zur Wehr setzen. „Die Märkte für Betriebsmittel und Maissaatgut sind wettbewerbsfähig, fair und vielfältig“, so ein Unternehmenssprecher.
Hintergrund der Klage
Die Klage wurde von Latham Quality, einem Saatgutunternehmen aus Iowa, eingereicht. In der Klageschrift wird betont, dass Bayer die Macht habe, die Marktpreise zu kontrollieren und den Wettbewerb auszuschließen. „Tatsächlich tut das Unternehmen das auch“, wird in der Klageschrift zitiert. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, gegen wettbewerbswidriges Verhalten in den Lebensmittel-Lieferketten vorzugehen. Diese Entwicklungen werfen auch Fragen zur Gesundheitsversorgung auf.
Bayers Herausforderungen in den USA
Die Klage ist nicht die erste rechtliche Auseinandersetzung für Bayer in den USA. Der Konzern hatte 2018 den US-Saatguthersteller Monsanto übernommen und sieht sich seitdem mit Tausenden von Klagen konfrontiert, die sich auf angebliche Krebsrisiken von Roundup beziehen. Trotz dieser Herausforderungen verzeichnete Bayer im ersten Quartal einen Anstieg des Gewinns in der Agrarsparte um 17,9 Prozent auf drei Milliarden Euro. Auch die Frage, ob Industriestrompreise eine Rolle spielen, wird diskutiert.
Zusätzliche Informationen
- In Deutschland wird gentechnisch veränderter Mais MON 810 auf über 2.000 Hektar Fläche angebaut.
- Ein großer Teil der deutschen Honige könnte mit gentechnisch veränderten Organismen belastet sein, wenn der Anbau nicht verhindert wird.
- Die EU hat Honig als „tierisches Produkt“ eingestuft, was zu einer fehlenden Kennzeichnungspflicht führt.
Die rechtlichen Auseinandersetzungen um Bayer und seine Geschäftspraktiken im Saatgutsektor werfen Fragen zur Markttransparenz und zu den Auswirkungen auf Landwirte und Verbraucher auf.
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Quellen: n-tv, gesundheitsberater, boerse-global, Handelsblatt