Seit Montagnachmittag haben die USA die Straße von Hormus blockiert, wobei mehr als 15 US-Kriegsschiffe an dieser Maßnahme beteiligt sind. Dennoch zeigt sich, dass nicht alle Tanker von dieser Blockade abgeschreckt werden.
Ein chinesischer Tanker, der von den USA sanktioniert wurde, hat laut Schiffsdaten die Straße von Hormus durchquert, trotz der bestehenden US-Blockade. Nach Angaben der Anbieter LSEG, MarineTraffic und Kpler ist dies das erste Schiff, das seit Beginn der Blockade am Montag die Passage aus dem Persischen Golf erfolgreich gemeistert hat.
Der Tanker, der eine mittlere Größe aufweist, transportiert etwa 250.000 Barrel Methanol, die er im Hafen von Hamrija in den Vereinigten Arabischen Emiraten geladen hat. Sowohl das Schiff als auch die Eignergesellschaft Shanghai Xuanrun Shipping stehen auf der US-Sanktionsliste, da sie Geschäfte mit dem Iran tätigen. Ein weiterer Tanker, der ebenfalls unter US-Sanktionen steht, hat laut LSEG-Daten ebenfalls Kurs auf die Meerenge genommen. Dieser leere Tanker soll im Irak Heizöl laden und hat zuvor bereits russisches und iranisches Öl transportiert.
US-Blockade und ihre Hintergründe
Die USA haben seit Montagnachmittag MESZ den gesamten Schiffsverkehr zu und von iranischen Häfen in der Straße von Hormus blockiert. Dies schließt auch Schiffe ein, die die von Iran geforderten Transitgebühren an Teheran zahlen. Ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington gab an, dass mehr als 15 US-Kriegsschiffe an der Blockade beteiligt sind. Präsident Trump hatte diese Maßnahme nach dem Scheitern der direkten Verhandlungen mit dem Iran am Wochenende in Pakistan angekündigt. Er begründete die Entscheidung mit der Weigerung Teherans, Zugeständnisse beim iranischen Atomprogramm zu machen.
Reaktionen aus dem Iran
Der iranische Botschafter bezeichnete die US-Blockade als „schwere Verletzung“ der „Souveränität und territorialen Integrität“ des Iran. In einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres erklärte Irans UN-Botschafter Amir Saeid Iravani, dass die „rechtswidrige“ Blockade auch eine gravierende Verletzung der grundlegenden Prinzipien des internationalen Seerechts darstelle.
„Die US-Teilblockade stellt eine ernste Bedrohung für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit dar und erhöht das Eskalationsrisiko in einer bereits instabilen Region“, schrieb Iravani.
In einem weiteren Schreiben forderte er die Länder der Region, die US-Militärstützpunkte beherbergen, auf, ihre völkerrechtswidrigen Handlungen zu beenden. Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien sollten „Entschädigung für alle materiellen und moralischen Schäden leisten“, so der iranische Botschafter.
Internationale Reaktionen
UN-Generalsekretär Guterres hatte am Montag alle Parteien im Iran-Konflikt aufgefordert, die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Er betonte, dass im Einklang mit dem Völkerrecht die Freiheit der Schifffahrt auch in dieser strategisch wichtigen Passage respektiert werden müsse.
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Zudem hat der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker angegriffen, was zu einem Anstieg der Öl- und Gaspreise weltweit geführt hat.
Zusätzlich kündigte Trump eine Eskalation im Persischen Golf an, die die Situation weiter verschärfen könnte.
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