Verdacht gegen russische Staatsbürgerin nach tödlichem Vorfall auf der Krim
Ein ehemaliger ukrainischer Offizier kam auf der Krim ums Leben, was zu einem aktuellen Verdacht führt. Die 32-jährige Margarita Reutt, die sich zuvor kritisch zur russischen Invasion in der Ukraine geäußert hatte, steht im Fokus der Ermittlungen. Laut Informationen aus Kiew wird dem getöteten Offizier vorgeworfen, 2014 während der Annexion der Krim zur russischen Seite übergelaufen zu sein.
Das „Bezirksgericht Leninski“ in Sewastopol hat für Reutt Untersuchungshaft angeordnet. Ihr wird vorgeworfen, am Donnerstag einen selbstgebauten Sprengsatz detoniert zu haben, wodurch ein russischer Soldat getötet wurde.
Einblicke in den Vorfall und die Verdächtige
Die Verdächtige, die in Sotschi lebt, wird in den Berichten nur mit dem Anfangsbuchstaben „R.“ genannt. Robert Schagejew, der getötete Offizier, war ein ehemaliger Marineoffizier der Ukraine, der zur russischen Seite übergelaufen war. Ihm wird vorgeworfen, die Ukraine um ihr einziges U-Boot gebracht zu haben, indem er es kampflos an die russischen Streitkräfte übergab.
Reutt war zuvor als Biologin in einem Labor tätig, das Vaginalzäpfchen herstellte, und trat auch auf Escort-Webseiten in Erscheinung. Nach dem Anschlag wurde sie am folgenden Tag festgenommen und beschuldigt, einen „terroristischen Anschlag“ begangen zu haben. Der Sprengsatz soll in einem Mülleimer an der Stoletowski-Allee platziert worden sein, während der Offizier mit einem Freund spazierte.
Reaktionen und frühere Vorfälle
Die russischen Behörden werfen Reutt vor, im Auftrag ukrainischer Geheimdienste gehandelt zu haben. Michail Raswoschajew, der von Moskau eingesetzte Statthalter, äußerte sich auf Telegram dazu. Zudem wird berichtet, dass Reutt bereits wegen ihrer kritischen Äußerungen zur russischen Armee verurteilt wurde.
Im Juli 2025 erhielt sie eine Geldstrafe, nachdem sie sich negativ über die russischen Streitkräfte geäußert hatte. So soll sie während eines Vorfalls in einem Zug gesagt haben: „Geschieht Euch recht, Russen.“ Auf die Frage, ob sie den Vorfall bedauere, antwortete sie nach dem tödlichen Anschlag auf Schagejew mit „Nein“.
Informationen zum getöteten Offizier
Robert Schagejew war bekannt als Kommandant des ukrainischen U-Bootes „Saporischschja“, das er 2014 kampflos an die russischen Streitkräfte übergab. Diese Handlung brachte ihm in der Ukraine den Vorwurf des Hochverrats ein. Das ukrainische Ermittlungsamt prüft zudem die Rolle anderer Offiziere, die während der Annexion zur russischen Seite überliefen.
Die Lage auf der Krim ist weiterhin angespannt, und der Vorfall wirft ernste Fragen zur Sicherheit sowie zu den politischen Spannungen in der Region auf. Die Ermittlungen zu dem Anschlag und seinen Hintergründen sind noch im Gange.
Quellen: n-tv, t-online
Bildquelle: Bildquelle: Michael Parulava auf Unsplash
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