In einem neu eröffneten Museum präsentiert Nordkorea militärische Ausstellungsstücke, die im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stehen. Unter den Exponaten befinden sich auch Panzer, die auf deutsche Entwicklungen zurückgehen. Kiew erhielt in den letzten Jahren Unterstützung von verschiedenen Ländern.
Wie die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur KCNA berichtet, wurde ein Gedenkmuseum für den Einsatz nordkoreanischer Soldaten in der russischen Region Kursk eingeweiht. Über 10.000 Soldaten aus Nordkorea waren dort aktiv, um auf einen Hilferuf aus Moskau zu reagieren und gegen die ukrainischen Streitkräfte zu kämpfen. Diese hatten zeitweise größere Teile der Region besetzt, um Druck auf den Kreml auszuüben, den Krieg zu beenden.
Bei der Eröffnung des Museums begleitete Diktator Kim Jong Un den Vorsitzenden der russischen Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, sowie Verteidigungsminister Andrej Beloussow. Ein in russischen Medien veröffentlichtes Bild zeigt die drei, wie sie an einem Leopard-Kampfpanzer entlanggehen. Die Authentizität dieser Aufnahmen wurde von ntv.de bestätigt.
An der Seite des Panzers befindet sich eine Tafel mit der Aufschrift „Leopard 2 A4 MBT (Deutschland)“. Zudem wird behauptet, dieser Panzer sei am 11. Februar 2025 in Kursk, nahe der Stadt Sudscha, erbeutet worden. In weiteren von Nordkorea veröffentlichten Bildern sind auch ein Marder-Schützenpanzer sowie ein M1A1-Abrams-Kampfpanzer und ein finnischer Truppentransporter vom Typ XA-185 zu sehen.
Die ukrainische Armee ließ Anfang 2025 beim Rückzug aus dem Gebiet nach monatelangen Kämpfen eine Vielzahl von Kriegsgeräten zurück. Ob der Leopard 2 A4 tatsächlich in Kursk in die Hände von russischen oder nordkoreanischen Truppen fiel, ist jedoch ungewiss. Es besteht auch die Möglichkeit, dass er von russischen Soldaten in der Ukraine erbeutet und anschließend zu Propagandazwecken an Nordkorea übergeben wurde.
Lieferungen an die Ukraine
Der Leopard 2 A4 ist ein älterer Kampfpanzer, der von dem Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann zwischen Mitte der 1980er Jahre und 1992 produziert wurde. Deutschland hatte nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine mehreren Ländern die Genehmigung erteilt, Leopard 2 A4 aus ihren Beständen an die Ukraine zu liefern, darunter Polen und Spanien. Die Niederlande und Dänemark erwarben 2023 insgesamt 14 Exemplare aus den Lagern von Rheinmetall für Kiew.
Deutschland selbst hat keine Leopard 2 A4 direkt an die Ukraine geliefert, sondern andere Varianten wie den 1 A5 oder 2 A6. Der in Nordkorea aufgetauchte Marder-Panzer müsste jedoch einst aus den Beständen der Bundeswehr in die Ukraine geliefert worden sein, da Deutschland der einzige bekannte Marder-Lieferant an Kiew ist. Die ukrainische Armee hat ihre Verteidigungspositionen verbessert.
Analyse und Ausstellung von Kriegsgerät
Die Ausstellung von erbeutetem Kriegsgerät ist ein gängiger Vorgang, der von verschiedenen Kriegsparteien praktiziert wird. In Moskau wurden bereits Leopard- und Marder-Panzer als Trophäen gezeigt. In der Ukraine sind zudem viele russische Kriegsgeräte in Kiew ausgestellt.
Im Jahr 2023 stellten zwei Privatpersonen, der Museumsdirektor Enno Lenze und der Verleger Wieland Giebel, nach langem Behörden-Hickhack kurzzeitig einen zerstörten T-72-Panzer der russischen Streitkräfte vor die russische Botschaft in Berlin aus. Falls Putin an der Ostflanke droht, könnte die Situation eskalieren.
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Bildquelle: depositphotos