Politik
Netanjahu kritisiert EU-Sanktionen gegen israelische Siedler als moralischen Verfall
12.05.2026, 07:30 Uhr
Die Gewalt von radikalen israelischen Siedlern im Westjordanland steht seit geraumer Zeit in der Kritik. Die Europäische Union hat nun Sanktionen gegen einige dieser Siedler verhängt, was zu scharfer Kritik von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu geführt hat. Er bezeichnete die Maßnahmen als Ausdruck eines moralischen Verfalls.
Netanjahu äußerte sich zu den neuen Sanktionen der EU, die sich gegen gewalttätige israelische Siedler im Westjordanland richten. In einer Erklärung seines Büros auf der Plattform X wurde betont: „Während Israel und die USA ‚Europas Drecksarbeit erledigen‘, indem sie im Iran und anderswo gegen dschihadistische Wahnsinnige kämpfen, hat die Europäische Union ihren moralischen Verfall offenbart, indem sie eine falsche Symmetrie zwischen israelischen Bürgern und Hamas-Terroristen herstellt.“
EU-Außenminister einigen sich auf Sanktionen
Die Außenminister der EU hatten sich zuvor nach monatelangen Blockaden durch Ungarn auf neue Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler geeinigt. Laut EU-Vertretern wurden sieben Siedler oder Siedlerorganisationen auf die Sanktionsliste gesetzt, ebenso wie Mitglieder der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas. Wie reagiert die EU auf die drohende Energiekrise?
Bereits vor Netanjahu hatte der israelische Außenminister Gideon Saar die Sanktionen als „willkürlich“ kritisiert. Der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir bezeichnete die EU am Montag als „antisemitisch“ und äußerte sich auf X: „Von der antisemitischen Union eine moralische Entscheidung zu erwarten, ist so, als würde man erwarten, dass die Sonne im Westen aufgeht.“ Er fügte hinzu: „Während unsere Feinde Angriffe verüben und Juden ermorden, versucht die Europäische Union, denen die Hände zu binden, die sich verteidigen.“ Ben Gvir kündigte zudem an, den Siedlungsbau fortzusetzen.
Gewalt im Westjordanland nimmt zu
Im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland leben neben rund drei Millionen Palästinensern auch mehr als 500.000 Israelis. Die Siedlungen und Außenposten gelten nach internationalem Recht als illegal. Seit dem Großangriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauf folgenden Gaza-Krieg hat die Gewalt im Westjordanland deutlich zugenommen. Insbesondere seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat die Zahl der Gewalttaten durch radikale Siedler zugenommen. Ende April töteten israelische Siedler drei Palästinenser im Westjordanland. Seit Jahresbeginn wurden bereits fünf Palästinenser getötet, was bereits einen mehr als im gesamten Vorjahr darstellt, als vier Palästinenser durch radikale israelische Siedler getötet wurden, wie Berichte von „Haaretz“ Anfang 2026 zeigen. CIA-Analyse zeigt: Iran bleibt trotz US-Blockade widerstandsfähig.
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Quellen: n-tv