Aufgrund der Blockade der Straße von Hormus sind die Golfstaaten gezwungen, nach alternativen Transportmöglichkeiten zu suchen. Anstelle der üblichen Schiffsroute wird zunehmend auf Züge und Lkw zurückgegriffen, um die Waren zum Golf von Oman zu transportieren. Logistikdienstleister arbeiten intensiv daran, neue Routen zu erschließen und bestehende Verbindungen auszubauen. Diese Situation wird auch in einem Artikel über die Eskalation im Persischen Golf thematisiert.
Steigerung des Lkw-Güterverkehrs
Eine der am stärksten profitierten Routen ist die Route 95, die von der saudi-arabischen Stadt Al-Khuwayfiriyah durch das Ölfeld Shaybah bis zum Grenzübergang Ramlet Khelah zum Oman führt. Diese neue Verbindung soll die Reisezeit zwischen Start- und Zielort um 16 Stunden verkürzen, da sie keinen Umweg durch die Vereinigten Arabischen Emirate erfordert, was zusätzliche Zollkontrollen vermeidet.
Die omanische Behörde für Sonderwirtschafts- und Freizonen berichtete, dass der Wert der über die Grenze transportierten Güter im März von 300 Millionen US-Dollar auf etwa 830 Millionen US-Dollar gestiegen ist. Zu den wichtigsten Gütern, die den Grenzübergang Ramlet Khelah passieren, zählen Düngemittel, Baustoffe, Lebensmittel, Arzneimittel und Maschinen.
Neue Zugverbindungen als Lösung
Zusätzlich plant die Saudi-Arabian Railways die Einführung von fünf neuen logistischen Zugstrecken, um den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Der Fokus liegt darauf, die Anbindung von Eisenbahnknotenpunkten in Dammam, al-Dschubail, Ras Al Khair, Al Kharj und Hail an die Häfen am Roten Meer zu verbessern.
Diese Initiativen sind Teil des umfassenden Projekts Golfbahn (GCC Railway), das darauf abzielt, alle sechs Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrates (GCC) miteinander zu verbinden. Geplant ist ein etwa 2200 Kilometer langes Schienennetz, das von Kuwait-Stadt bis nach Maskat verläuft und die Golfstaaten Saudi-Arabien, Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate durchquert.
„Die Golfbahn kann sich zum Rückgrat einer zukünftigen GCC-Zollunion entwickeln“, wird in einem Bericht erwähnt. Dies könnte den Handel innerhalb des GCC erheblich steigern.
Aktuelle Situation an der Straße von Hormus
Der Oman spielt eine zentrale Rolle in diesen neuen logistischen Verbindungen, da er über Küsten und Hafenstädte auf beiden Seiten der Straße von Hormus verfügt. Der Aufbau zuverlässiger Handelsrouten könnte langfristig die Abhängigkeit von dieser Wasserstraße verringern.
Die Straße von Hormus ist seit Ende Februar faktisch blockiert. Reedereien, die die Straße passieren möchten, müssen entweder iranische Bedingungen akzeptieren, die unter anderem Mautzahlungen beinhalten, oder das Risiko eingehen, von iranischen Militärs angegriffen zu werden. Die USA haben eine zweite Blockade eingerichtet, die Schiffe abfängt, die sich den iranischen Bedingungen beugen. Diese Situation hat dazu geführt, dass ein erheblicher Teil der weltweiten Öl- und Gaskapazitäten nahezu ausgeschaltet ist, was die globalen Märkte an den Rand einer Energiekrise bringt.
Am 13. Mai wurde ein leichter Anstieg des Verkehrs durch die Straße verzeichnet, wobei laut „Hormuz Strait Monitor“ 17 Schiffe die Passage wagten.
Quellen: Focus