Unerträgliche Schmerzen: Passagier verbrüht sich im Flugzeug und erhebt Klage
Ein britischer Passagier hat nach einem Vorfall während eines Fluges mit Virgin Atlantic Airlines Klage gegen die Fluggesellschaft eingereicht. Der 41-Jährige berichtet, dass er durch einen heißen Kaffeebecher, der ihm vom Bordpersonal serviert wurde, schwer verbrüht wurde. Der Vorfall ereignete sich im Dezember 2025 auf einem Flug von Las Vegas nach London Heathrow.
Der Passagier erklärte, dass ihm ein Kaffeebecher ohne Plastikdeckel gereicht wurde und der Klapptisch, auf dem er abgestellt wurde, „stark schräg und zu instabil“ gewesen sei. Dies führte dazu, dass der Becher umkippte und der heiße Kaffee in seinen Schoß floss, was zu schweren Verbrühungen führte.
„Ich hatte unerträgliche Schmerzen und stand gleichzeitig völlig unter Schock, weil die Qualen einfach nicht auszuhalten waren“, sagte der Betroffene.
Er erhielt erst 20 Minuten nach dem Vorfall eine Wasserflasche, um sich Linderung zu verschaffen. Warum er nicht sofort zur Bordtoilette ging, um sich selbst zu helfen, bleibt unklar. Der Mann war mit seiner Mutter unterwegs, für die er als Vollzeitpfleger tätig ist, und konnte aufgrund der Schmerzen nicht für sie sorgen.
Nach dem Vorfall erhielt er eine Notversorgung, die Paracetamol, einen Verband und locker sitzende Pyjama-Shorts umfasste. „Zu diesem Zeitpunkt hatte mein Penis bereits starke Blasen, und der Verband, den sie angelegt hatten, war abgefallen“, berichtete er.
Vorwürfe und Folgen
Obwohl ihm medizinische Unterstützung nach der Landung zugesichert wurde, erhielt er keine. Der Passagier beklagt, dass es keinerlei Nachfragen oder Korrespondenz seitens der Airline gegeben habe. Die Verbrennung sei inzwischen verheilt, habe jedoch „massive Auswirkungen“ auf sein Leben und seine psychische Gesundheit gehabt. In einem ähnlichen Vorfall, der Krankheitssymptome bei Passagier während Hantavirus-Rückführung aus Teneriffa betraf, wurden ebenfalls gravierende Folgen für die Betroffenen festgestellt.
„Es betrifft meine Männlichkeit – und sie wird nie wieder dieselbe sein“, fügte der Passagier hinzu.
In einem Interview mit der Fernsehsendung „Good Morning Britain“ berichtete er von Narben auf seinem Penis und erwähnte, dass er und seine Partnerin versuchen, ein Kind zu zeugen, was bisher nicht gelungen sei. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Vorfall und den Schwierigkeiten bei der Zeugung gibt, bleibt ungewiss.
Reaktionen der Airline
Ein Sprecher von Virgin Atlantic Airlines entschuldigte sich für den Vorfall und betonte, dass die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kunden und Mitarbeitenden stets höchste Priorität hätten. Die Kanzlei, die den Kläger vertritt, bezeichnete den Vorfall als „extremen Fall“ und wies darauf hin, dass die Zahl der Verletzungen durch verschüttete Heißgetränke, die durch rutschende Becher auf schrägen und defekten Klapptischen verursacht werden, besorgniserregend steige. Ein ähnlicher Vorfall, bei dem Ursachen zur Kollision zweier Flugzeuge bei Baden-Baden untersucht wurde, zeigt, wie wichtig Sicherheitsmaßnahmen in der Luftfahrt sind.
Ob der Passagier mit seiner Klage Erfolg haben wird und welche Schadenssumme er anstrebt, bleibt abzuwarten. Es ist jedoch bekannt, dass bei Virgin Atlantic Airlines und auch bei deutschen Fluggesellschaften Heißgetränke während turbulenter Flugabschnitte aus Sicherheitsgründen nicht serviert werden. Heißer Kaffee und Tee werden in Bechern mit Deckel gereicht, wenn dies vom Passagier gewünscht wird, und die Becher oder Tassen werden nie bis zur Oberkante befüllt, um ein Überschwappen zu vermeiden. Ein weiterer Vorfall, der Übergriff auf Mallorca: Urlauberin nach Partynacht in Lieferwagen entführt war, zeigt, dass Sicherheitsfragen in der Reisebranche von großer Bedeutung sind.
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Quellen: t-online
Bildquelle: Afpwong via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)