Besorgniserregender Anstieg der Ebola-Fälle in der DR Kongo
In der Demokratischen Republik Kongo ist die Situation alarmierend, da die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen stetig zunimmt. Fachleute betonen, dass das Virus nicht zwangsläufig gefährlicher geworden ist; vielmehr erschwert die mangelhafte medizinische Versorgung die Bekämpfung der Epidemie erheblich.
Verheerende Konsequenzen der Epidemie
Der gegenwärtige Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo gilt als der tödlichste in der Geschichte des Landes. Nach Angaben des nationalen Gesundheitsinstituts sind mittlerweile mindestens 2325 Menschen an dem Virus gestorben – eine Zahl, die die der Epidemie zwischen 2018 und 2020 übersteigt. Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen liegt nun bei 4945, wobei in den letzten 24 Stunden allein 101 neue Fälle registriert wurden.
Vergleich zu früheren Epidemien
Im Vergleich zu dem Ebola-Ausbruch in Westafrika, der fast fünf Monate benötigte, um 1000 Todesfälle zu erreichen, hat der aktuelle Ausbruch im Kongo in weniger als drei Monaten bereits 2000 Menschenleben gefordert. Ausgelöst durch den Bundibugyo-Stamm des Virus, stehen derzeit keine zugelassenen Impfstoffe oder Medikamente zur Verfügung. Die Sterblichkeitsrate bei den bestätigten Fällen ist von circa 20 Prozent zu Beginn des Junis auf alarmierende 46 Prozent gestiegen.
Ursachen der steigenden Sterblichkeitsrate
Die zunehmende Sterblichkeit wird nicht auf eine erhöhte Gefährlichkeit des Virus zurückgeführt, sondern auf gravierende Mängel in der medizinischen Überwachung und im Zugang zur Versorgung. Thomas Parisch von der Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärt:
„In der Regel sollte die Sterblichkeitsrate während eines Ausbruchs sinken, da die Kontaktverfolgung optimiert wird und Patienten früher behandelt werden können. Doch viele Fälle werden erst nach dem Tod der Betroffenen identifiziert.“
Zudem erschweren eine fragwürdige Infrastruktur und Widerstände innerhalb der Bevölkerung die Eindämmung der Epidemie.
Globale Tragweite der Epidemie
Diese Epidemie ist die zweitgrößte weltweit, nur übertroffen von dem Ausbruch in Westafrika zwischen 2014 und 2016, bei dem 28.616 Fälle und 11.310 Todesfälle dokumentiert wurden. Forscher schätzen, dass das Virus im Kongo bereits seit Januar zirkuliert, jedoch wurde es erst Mitte Mai offiziell identifiziert. Ein Ausgreifen auf das Nachbarland Uganda konnte inzwischen eingedämmt werden, wo die Behörden den Ausbruch im vergangenen Monat offiziell für beendet erklärten, nachdem die Fallzahlen auf 20 und die Todesfälle auf zwei gesenkt werden konnten.
Dringende Aufforderung zur Unterstützung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Alarm geschlagen und vor einem noch nie dagewesenen Ausmaß der Epidemie gewarnt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte:
„Die Epidemie breitet sich in Rekordgeschwindigkeit aus, und der Höhepunkt ist noch lange nicht erreicht.“
Sollte sich die Situation weiterhin so entwickeln, droht die Epidemie, den Ebola-Ausbruch in Westafrika zu übertreffen.
Quellen: n-tv, tagesschau
Bildquelle: Bildquelle: Gani Nurhakim auf Unsplash
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